Keine Corona-Notbremse in Berlin trotz dauerhafter Inzidenz über 100

Berlin - Trotz steigender Corona-Zahlen und der zunehmenden Ausbreitung der gefährlicheren britischen Virus-Variante nimmt der Berliner Senat die jüngsten Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen nicht zurück.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) verkündete am Samstagabend nach einer Corona-Sondersitzung des Senats, dass Berlin die jüngsten Lockerungen nicht zurücknehmen wird.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) verkündete am Samstagabend nach einer Corona-Sondersitzung des Senats, dass Berlin die jüngsten Lockerungen nicht zurücknehmen wird.  © Wolfgang Kumm/dpa

Er will sie aber durch eine deutliche Ausweitung von Corona-Tests absichern. Das teilten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) sowie seine Stellvertreter Klaus Lederer (47, Linke) und Ramona Pop (43, Grüne) am Samstag nach einer Senatssitzung mit.

So ist ab Mittwoch für jeden Berliner ein negativer Corona-Test Voraussetzung, um in Geschäften Einkaufen gehen zu können. Das gilt auch für Friseurbesuche und Museen, nicht jedoch für sogenannte systemrelevante Handelsstrukturen wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien, die auch im Lockdown immer offen waren.

Damit weicht Berlin von der Einigung zwischen Bund und Ländern von Anfang März auf eine sogenannte Notbremse ab. Danach müssten Lockerungen der vergangenen Wochen zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz stabil bei über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt.

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In Berlin liegt der Wert seit mehreren Tagen über dieser Schwelle. Nach dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Samstag betrug er 138,6.

Verschärfung der Maskenpflicht, mehr Tests und mehr Homeoffice als Maßnahmen

Ab Mittwoch ist für jeden Berliner ein negativer Corona-Test Voraussetzung, um in Geschäften Einkaufen gehen zu können, abgesehen von Supermärkten, Apotheken oder Drogerien. (Symbolfoto)
Ab Mittwoch ist für jeden Berliner ein negativer Corona-Test Voraussetzung, um in Geschäften Einkaufen gehen zu können, abgesehen von Supermärkten, Apotheken oder Drogerien. (Symbolfoto)  © Christoph Soeder/dpa

Auch an den aktuellen Kontaktbeschränkungen soll sich nichts ändern. Über Ostern sind demnach Zusammenkünfte mit fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt, plus Kinder unter 14 Jahren.

Eine Verschärfung der Regeln gibt es für Unternehmen. Sie werden Müller zufolge verpflichtet, ihren Mitarbeitern künftig zweimal in der Woche einen Corona-Test zu ermöglichen. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besteht keine Testpflicht.

Außerdem will der Senat eine Homeoffice-Pflicht für Unternehmen, weil ihm die bundesweiten Regeln nicht ausreichen. Demnach sollen Firmen künftig 50 Prozent ihrer Büroarbeitsplätze im Homeoffice anbieten.

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Dadurch soll der Anteil der Beschäftigten, die nicht mehr zum Arbeitsplatz pendeln müssen, sondern zu Hause arbeiten, deutlich erhöht werden.

So könnten sich Kontakte verringern lassen und die Corona-Pandemie ausgebremst werden, hieß es.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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