Keine Lockerungen über Weihnachten: Thüringen mit Knallhart-Corona-Kurs

Erfurt - Die Corona-Pandemie macht Thüringen schwer zu schaffen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus ist so hoch wie in kaum einem anderen Bundesland. Es sollen deshalb harte Entscheidungen fallen.

Die Corona-Regeln werden über Weihnachten nicht gelockert. Darauf hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und die rot-rot-grüne Minderheitsregierung verständigt.
Die Corona-Regeln werden über Weihnachten nicht gelockert. Darauf hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und die rot-rot-grüne Minderheitsregierung verständigt.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Thüringer sollen Weihnachten und Silvester nur im engsten Familienkreis feiern. Das Land wolle die Corona-Kontaktbeschränkungen an den Weihnachtsfeiertagen wegen der hohen Infektionszahlen nicht lockern, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (51, Linke) am Dienstag in Erfurt.

Darauf habe sich die rot-rot-grüne Minderheitsregierung verständigt. An einer endgültigen Entscheidung per Verordnung würden aber Landtag und Kommunen beteiligt. Dazu gäbe es Gespräche.

Nach der Verständigung der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sieht die Thüringer Corona-Verordnung derzeit vor, dass sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen können.

Kinder unter 14 Jahren sind dabei nicht berücksichtigt. Diese Kontaktbeschränkung soll im Freistaat laut Werner verlängert werden. Eine neue Verordnung werde voraussichtlich am 19. Dezember in Kraft treten. Eine Lockerung auf zehn Personen aus dem engsten Familien- und Freundeskreis wird es damit nicht geben.

Ausgangssperren sind geplant

Schärfere Regelungen seien auch in den Corona-Hotspots bis hin zu nächtlichen Ausgangssperren geplant, sagte Werner. Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) hatte sich bereits am Wochenende gegen Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen über die Feiertage in Thüringen ausgesprochen.

Kritik am in der Regierungskoalition nicht abgestimmten Vorpreschen Ramelows kam von SPD-Landeschef Georg Maier (53). Die CDU warnte vor einem Thüringer Alleingang für einsame Weihnachten.

In Thüringen ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit 182,9 so hoch wie in kaum einem anderen Bundesland. Nur Sachsen hat derzeit mit 319,4 einen höheren Wert: Bayern liegt mit 177,4 etwas niedriger. Die Ministerin sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. "Die Situation ist ernst."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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