Klassen-Halbierung während Corona? NRW-Familienminister mit deutlicher Kritik!

Düsseldorf - Die Pläne der Bundesregierung zu verschärften Coronamaßnahmen an Schulen stoßen bei Nordrhein-Westfalens Vize-Ministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP) auf Ablehnung.

Eine Schulklasse im Unterricht. (Symbolbild)
Eine Schulklasse im Unterricht. (Symbolbild)  © Christian Charisius/dpa

In der Nacht zu Montag war bekanntgeworden, dass Schulen nach Ansicht der Bundesregierung zwar offengehalten bleiben, die Klassen aber in große Räume verlegt oder halbiert werden sollen - dadurch soll das Infektionsrisiko reduziert werden. 

Nach Darstellung von Familienminister Joachim Stamp (FDP) sind solche Vorgaben aber nicht umsetzbar, weil der Personalbedarf dadurch steigen würde. Das Bundeskanzleramt sei nicht Koalitionspartner der Landes-FDP, so der Liberale. "Dieser Passus kann nicht beschlossen werden."

Die Länder seien in der Verantwortung, betonte Stamp und fügte mit Blick auf Gespräche Berlins mit den Ministerpräsidenten der Länder am Montagnachmittag hinzu. 

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ministerpräsidenten etwas beschließen, was nur umsetzbar wäre, wenn wir etwa die Hälfte des Unterrichts canceln."

Familienminister in NRW: Für Klassenteilung fehle Personal

Nach Darstellung von Stamp fehlt das Personal, um die Klassen zu halbieren und im Wechsel in den Schulen zu unterrichten und daheim lernen zu lassen. "Wo kommen die doppelten Lehrerinnen und Lehrer für diesen Vorschlag her?", fragte er am Montagmorgen auf Twitter. "Wie weit weg ist das Bundeskanzleramt von unseren Kindern und Familien?"

Stamp betonte, dass man Lehrkräfte bräuchte für digitalen Unterricht. 

Man könnte den Schülern zwar Hausaufgaben mitgeben für eine Woche daheim. "Ohne Betreuung werden aber die Kinder den Anschluss verpassen, deren Eltern das nicht leisten können oder berufstätig sind", so der FDP-Politiker.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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