Knöllchen für sächsische Besucher an diesem Grenzsee

Muldestausee - Es ist Wochenende, das Wetter gut und um dem teilweise tristen Alltag in der Wohnung oder im eigenen Haus zu entkommen, fahren viele Menschen raus in die Natur. Doch das kann teuer werden!

Der Große Goitzschesee bei Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) ist auch für Menschen aus dem angrenzenden Sachsen attraktiv - darf von ihnen aber aktuell nicht angefahren werden.
Der Große Goitzschesee bei Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) ist auch für Menschen aus dem angrenzenden Sachsen attraktiv - darf von ihnen aber aktuell nicht angefahren werden.  © Hendrik Schmidt/ZB/dpa

Vor allem die Bewohner von innerdeutschen Grenzregionen sollten aufpassen, wohin sie einen Ausflug unternehmen.

Auch für Sachsen und Sachsen-Anhalt gelten noch Verbote. Hier sind Einreisen zu touristischen Zwecken erst ab 15. Mai beziehungsweise sogar erst Juni erlaubt.

Am Großen Goitzschesee in der sachsen-anhaltischen Gemeinde Muldestausee ist jetzt sogar das Ordnungsamt unterwegs - speziell auf der Suche nach "Ausländern". Er liegt gerade mal drei Kilometer hinter dem nordsächsischen Ort Löbnitz.

An die Windschutzscheiben von Fahrzeugen mit Kennzeichen außerhalb Sachsen-Anhalts werden Knöllchen mit einem Foto des durch das Festival "Sputnik Spring Break" bekannten Gewässers und der Aufschrift "Schon schön hier, wa?!" verteilt, wurde jetzt in einem Beitrag bei "RTL Aktuell" gezeigt.

Da es sich auch um Mietwagen oder ein Kennzeichen des Zweitwohnsitzes handeln könnte, dienen die Knöllchen erst mal nur als Warnung ohne Zahlungsaufforderung.

"Wenn man hier jemanden antrifft, sind die in der Regel auch relativ zugänglich", sagt Jochen Thuy, Mitarbeiter des Ordnungsamts in Muldestausee. Und Bürgermeister Ferid Giebler ergänzt: "Prinzipiell gibt es natürlich einen Anlass, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zu eröffnen. Dadurch, dass viele Leute aber gar nicht wissen, was gerade aktuell ist, informieren erst mal, klären auf, sensibilisieren."

Touristische Besuche in Sachsen-Anhalt wohl erst ab Juni

Sachsen-Anhalt darf für touristische Zwecke - und dazu zählt auch der Besuch eines Sees - von Einwohnern aus anderen Bundesländern voraussichtlich erst wieder ab Anfang Juni besucht werden. 

Zumindest ab 15. Mai sollen Ferienhäuser und -wohnungen vermietet werden, allerdings nur an Sachsen-Anhalter. Über die Öffnung von Hotels mit eigenem Badezimmer für Gäste berät Wirtschaftsminister Armin Willingmann (57, SPD) noch.

Neben Sachsen-Anhalt verbieten nur Sachsen (ab 15. Mai wieder erlaubt), Schleswig-Holstein (18. Mai) und Mecklenburg-Vorpommern (25. Mai) Einreisen für touristische Zwecke. 

Gute Nachricht: Aus beruflichen, medizinischen und familiären Gründen darf uneingeschränkt in jedes Bundesland eingereist werden. Somit darf auch zum morgigen Muttertag verreist werden. Voraussetzung ist natürlich die Einhaltung der Abstandsregeln von mindestens 1,50 Metern. 

Titelfoto: Bildmontage: Oliver Berg/dpa, Hendrik Schmidt/ZB/dpa

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