Kommentar: Corona-Hysterie geht zu weit!

Leipzig - Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren, wirtschaftlicher Stillstand - was unserer Gesellschaft im Kampf gegen das Coronavirus alles zugemutet wird, ist schon gewaltig. Mit der Einstellung von Krebsvorsorgeuntersuchungen geht die Politik jetzt aber eindeutig zu weit, meint TAG24-Redakteur Alexander Bischoff.

Ab Montag und bis Ende April werden Mammographie-Screenings ausgesetzt, obwohl diese wichtig für die Brustkrebsvorsorge sind.
Ab Montag und bis Ende April werden Mammographie-Screenings ausgesetzt, obwohl diese wichtig für die Brustkrebsvorsorge sind.  © Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

In Sachsen und den meisten anderen Bundesländern werden ab sofort Mammographie-Screenings ausgesetzt (TAG24 berichtete) - bis Ende April. Die gleichen Politiker und Ärztefunktionäre, die uns bis vor kurzem noch gebetsmühlenartig predigten, wie wichtig Brustkrebsvorsorge ist, halten diese jetzt plötzlich für nicht mehr dringend notwendig.

Wegen der Angst vor einer Virusinfektion, die in den allermeisten Fällen ohne oder mit nur leichten Grippesymptomen verläuft.

Wie weit soll dieser Corona-Irrsinn eigentlich noch gehen? Werden als nächstes Darm- und Prostatakrebsvorsorgeuntersuchungen ausgesetzt? Fällt bald auch das Hautkrebsscreening der Corona-Hysterie zum Opfer?

Wissen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine virologischen Berater eigentlich, was sie hier gerade anrichten? Was es mit einer Frau macht, die nach einem unklaren Tast- oder Sonographiebefund keinen zeitnahen Mammographie-Termin bekommt? Das bedeutet wochenlang quälende Ungewissheit, eine psychische Ausnahmesituation!

"Der Schaden, der diesem Land inzwischen zugefügt wird, ist größer, als ihn das Coronavirus je anrichten könnte."

TAG24-Redakteur Alexander Bischoff: "Mit der Einstellung von Krebsvorsorgeuntersuchungen geht die Politik eindeutig zu weit!"
TAG24-Redakteur Alexander Bischoff: "Mit der Einstellung von Krebsvorsorgeuntersuchungen geht die Politik eindeutig zu weit!"  © Ralf Seegers

Der Focus der deutschen Gesundheitspolitik verengt sich momentan in fataler Weise auf Covid-19. 

Doch liebe Politiker, Ihr habt nicht nur die Verantwortung für die wenigen, die daran schwer erkranken und eventuell versterben werden. Ihr habt auch eine Verantwortung für die vielen, deren Gesundheit Ihr mit euren aktuellen Entscheidungen gefährdet!

Die Angst vor dem Coronavirus und seiner Ausbreitung sei weit überzogen, erklärte der Göttinger Angstforscher Professor Borwin Bandelow jüngst in der "Ärztezeitung". Es besitze in etwa die gleiche Gefährlichkeit wie Influenza, stellte der Hamburger Immunologe Professor Stefan Hockertz in einem viel beachteten Interview mit dem Berliner Radiosender "rs2" klar.

Apropos Influenza: Laut dem am Freitag veröffentlichten Influenzabericht der Sächsischen Landesuntersuchungsanstalt gab es in der aktuellen Grippesaison im Freistaat bislang 20.033 Influenza-Infektionen, an denen 40 Menschen starben. Reaktionen darauf aus der Politik? Keine!

Auch als in der Grippe-Saison 2017/18 in Deutschland 25.100 Menschen an Influenza verstarben, kam es nicht annähernd zu derartigen Eingriffen in die Grundrechte. Geschweige denn, dass die Politik damals Krebsvorsorge-Untersuchungen ausgesetzt hätte.

Es wird Zeit, dass die Politik wieder mit Augenmaß handelt und nicht blind und bedingungslos einzelnen Virologen folgt. Der Schaden, der diesem Land inzwischen zugefügt wird, ist größer, als ihn das Coronavirus je anrichten könnte.

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Titelfoto: Fotomontage: Ralf Seegers, Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

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