Kommentar: Die Corona-Krise ist irgendwann vorbei, die Klima-Krise nicht

TAG24-Redakteur Florian Gürtler fragt in seinem Kommentar: "Wie viele Dürre-Sommer muss das Land noch erleben, bis endlich begriffen wird, dass auch der Klimawandel drastische Maßnahmen durch den Staat erfordert?"

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hält aktuell Deutschland und die ganze Welt in Atem. Doch bei aller berechtigten Aufregung über den neuartigen Coronavirus und die durch ihn verursachte Krankheit Covid-19 darf nicht vergessen werden, dass auch andere drängende Probleme noch anstehen.

Corona-Krise und Klima-Krise – auf beide müssen Staat und Gesellschaft reagieren.
Corona-Krise und Klima-Krise – auf beide müssen Staat und Gesellschaft reagieren.  © Montage: Robert Michael/dpa, Andreas Arnold/dpa

Der gestrige Dienstag brachte viele Nachrichten, darunter auch die Meldung, dass ein Unternehmen in Mainz damit beginnt, einen Impfstoff gegen den Virus SARS-CoV-2 an Menschen zu testen (TAG24 berichtete).

Es wird bestimmt noch einige Zeit dauern, doch irgendwann wird ein solcher Impfstoff vorliegen – und damit dürfte die Corona-Krise dann abgeschlossen sein.

Eine andere Meldung vom Dienstag wirft ein Schlaglicht auf ein nicht minder drängendes Thema: Laut den Statistiken des Deutschen Wetterdienstes hat Deutschland mit dem April 2020 den zwölften zu trockenen April in Folge erlebt

Viele Menschen dürften bei dieser Nachricht sofort an die zurückliegenden Hitze- und Dürresommer 2018 und 2019 denken.

Die Corona-Krise ist irgendwann vorbei, der Klimawandel geht weiter – und er wird immer gravierender.

"Wie viele Dürre-Sommer muss das Land noch erleben?"

TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

Die politischen Eliten wie die Gesellschaft insgesamt müssen auch für die Klima-Krise endlich Lösungen finden.

Das vor der Corona-Pandemie verabschiedete – und von vielen kritisierte – Klimapaket der Bundesregierung ist hier ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluss.

Angesichts der Bedrohung durch den Coronavirus hat die Politik in Deutschland bewiesen, dass sie in der Lage ist, drastische Maßnahmen auch gegen Widerstände in der Gesellschaft durchzusetzen, wenn die Lage es gebietet.

Wie viele Dürre-Sommer muss das Land noch erleben, bis endlich begriffen wird, dass auch der Klimawandel drastische Maßnahmen durch den Staat erfordert? Also nutzt das Ordnungsrecht und verbietet neue Ölheizungen und Diesel-Fahrzeuge. Schafft endlich die Steuerbefreiung für den Flugzeug-Treibstoff Kerosin ab. 

Verstaatlicht die Deutsche Bahn wieder und baut den öffentlichen Personennahverkehr massiv aus – um nur einige Beispiele zu nennen.

Es gibt zahlreiche Schrauben, an denen die Politik drehen könnte und müsste, um auf die Klima-Krise zu reagieren. Dass sie dazu in der Lage ist, hat sie durch die Corona-Krise bewiesen.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa, Andreas Arnold/dpa

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