Kostenlose Corona-Tests bald Geschichte? Entscheidung ist wohl gefallen

Berlin - Bereits seit Wochen wird über eine Abschaffung der kostenlosen Coronavirus-Tests diskutiert. Nun scheint auf höchster Ebene eine Entscheidung gefallen zu sein.

Bereits seit Wochen wird über eine umstrittene Abschaffung der kostenlosen Coronavirus-Tests in Deutschland diskutiert. (Symbolbild)
Bereits seit Wochen wird über eine umstrittene Abschaffung der kostenlosen Coronavirus-Tests in Deutschland diskutiert. (Symbolbild)  © Stefan Sauer/dpa

So sollen jene ersatzlos gestrichen werden, sobald alle impfberechtigten Menschen in Deutschland die Möglichkeit erhalten haben, sich zweimal impfen zu lassen. Einem Bericht der Bild zufolge hätten sich CDU/CSU und SPD bereits grundsätzlich geeinigt, was aus Regierungskreisen bestätigt worden sei.

Demnach müssten offenbar ab spätestens Ende September beziehungsweise Anfang Oktober die Kosten jeweiliger Tests, welche unter anderem bei Besuchen im Gastro- und Kulturbereich für alle Ungeimpften weiterhin notwendig sein dürften, komplett aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Hintergrund der Entscheidung dürften vor allem finanzielle Gesichtspunkte sein.

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Laut zuständigem Bundesamt für Soziale Sicherung schlugen Tests im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juli mit rund 3,4 Milliarden Euro zu Buche - eine stolze Summe, in der aber auch angeordnete Tests in Einrichtungen wie beispielsweise Altenheimen enthalten sind.

"Für Kinder und Jugendliche, die sich nicht impfen lassen dürfen, brauchen wir weiter die Kostenfreiheit. Alle anderen sollten die Kosten bei den Tests tragen, die sie verursachen", erklärte Thorsten Frei (47), Vize-Chef der Unions-Fraktion im Bundestag, gegenüber der Zeitung. Es handle sich dabei keineswegs um eine "Impfpflicht durch die Hintertür", sondern um Gerechtigkeit.

Horst Seehofer (72, CSU) hatte sich unlängst noch gegen kostenpflichtige Tests ausgesprochen. Der Bundesinnenminister widersprach damit unter anderem Bundesfinanzminister Olaf Scholz (63, SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (56, SPD) und CSU-Chef sowie bayerischem Ministerpräsident Markus Söder (54) - mit einem klaren Verweis.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (72, CSU) hatte sich unlängst noch gegen kostenpflichtige Tests ausgesprochen.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (72, CSU) hatte sich unlängst noch gegen kostenpflichtige Tests ausgesprochen.  © Wolfgang Kumm/dpa

Horst Seehofer gegen kostenpflichtige Tests - Bundesinnenminister verweist auf mögliche Folgen

"Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt", hatte Seehofer der Mittelbayerischen Zeitung erklärt und darauf verwiesen, dass Kosten zu weniger Tests führen könnten.

"Was glauben Sie, wie viele Leute den Test nicht mehr machen oder machen können, wenn er nicht kostenfrei ist? Damit könnte ein verstecktes Infektionsgeschehen stattfinden", lautete die Warnung Seehofers.

Ob dies in der Tat der Fall sein wird, ist ein weiterer Aspekt, der nicht nur in Regierungskreisen heftig umstritten ist - und einer, der wohl zeitnah auf die Probe gestellt werden wird, sollten Schnelltests bald wirklich kostenpflichtig sein.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa

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