Krankenschwester wird suspendiert, weil sie eine Maske tragen wollte

Louisville - Kenyatta Ervin (49) ist Krankenschwester mit Leidenschaft. Im "Norton Kinder- und Frauenkrankenhaus" kümmert sich die 49-Jährige aufopferungsvoll um ihre Patienten. Doch ohne ausreichend Schutz wollte sie nicht behandeln - weshalb sie kurzerhand suspendiert wurde.

Eine Atemschutzmaske des Typs N95.
Eine Atemschutzmaske des Typs N95.  © David Becker/ZUMA Wire/dpa

In einem Interview mit dem Magazin "Louisville Courier Journal" berichtet die Frau von den Geschehnissen. 

Kenyatta leidet unter Asthma und hatte erst kürzlich eine starke Lungenentzündung. Sollte sie sich mit dem Virus infizieren, würde sie sterben.

Daher benötigt die Krankenschwester ausreichend Schutz. In ihrem Krankenhaus werden einige Covid-19 Fälle aufgenommen.

Dieser Schutz kann durch eine N95-Maske gewährleistet werden. 

Doch ihr Arbeitgeber verweigerte ihr den Gebrauch dieser Masken. Kenyatta erhielt zwar einen Mundschutz, jedoch schloss dieser Mund- und Nasenbereich nicht ausreichend ab. 

Nur die N95-Maske gewährleistet es durch spezielle Filter, dass gefährliche Luftpartikel herausgefiltert werden. Die normale Maske, die Kenyatta angeboten wurde, würde der Krankenschwester nicht ausreichend Schutz bieten.

Führt die Masken-Knappheit zu tödlichen Fehlentscheidungen?

Krankenhausmitarbeitern stehen harte Zeiten bevor. Schutzkleidung, wie auf diesem Bild, ist leider nicht selbstverständlich.
Krankenhausmitarbeitern stehen harte Zeiten bevor. Schutzkleidung, wie auf diesem Bild, ist leider nicht selbstverständlich.  © Mike Simons/Tulsa World/AP/dpa

Die Gesundheitsbehörde in Amerika rät dringend, dass alle Krankenschwestern, welche mit Covid-19 Patienten zu tun haben, eine N95-Maske neben Schutzkleidung, Handschuhen und Augenschutz tragen.

Kenyatta berichtet, dass sie an ihrem ersten Arbeitstag, an dem sie Kontakt mit Covid-19 Patienten hatte, diese Schutzmaßnahmen angeboten bekam. 

Doch bereits am zweiten Arbeitstag erhielt sie nur eine normale Maske. Daraufhin verweigerte sie, ohne die N95-Maske Patienten zu behandeln und wurde nach Hause gesendet. Seitdem muss Kenyatta Urlaubstage nehmen.

Das Krankenhaus wehrt sich gegen Kenyattas Vorwürfe. Angeblich sei die Krankenschwester werde suspendiert, noch sanktioniert wurden.

Da viele Krankenhäuser nicht ausreichend viele N95-Masken vorrätig haben, beschloss die Gesundheitsbehörde, dass diese nur in Risiko-Situationen verwendet werden dürfen. Normale Masken für normale Aufgaben. Doch Kenyattas Arbeitsbereich war für sie eine Risiko-Situation.

Laut Maggie Roetker, der Sprecherin des Krankenhauses, hielte sich das "Norton-Krankenhaus" an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörde. Kenyatta soll, so Roetker, eine Angestellte für das Krankenhaus bleiben und wird auf eine Station versetzt, wo es nicht notwendig ist, Covid-19 Patienten zu behandeln.

Gegenüber ihrem Anwalt Thomas Clay hatte Kenyatta geäußert, dass sie mit der Begründung nach Hause gesendet wurde, sie würde keine Patienten versorgen wollen.

Aber Kenyatta möchte sich um die Patienten kümmern! Nur eben mit ausreichend Schutz.

Kenyattas Vorfall ist leider nicht der einzige dieser Art. Immer wieder berichten Krankenschwestern, dass sie keine Masken zur Verfügung gestellt bekommen oder sogar abnehmen sollen.

Titelfoto: Mike Simons/Tulsa World/AP/dpa

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