Krass reich! Für Milliardäre gleicht die Corona-Pandemie einem Goldrausch

Davos/Berlin - Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Organisation Oxfam soziale Ungleichheiten verschärft.

Auch Deutschland steht wegen der Ungleichheit bei den Lebensverhältnissen in der Kritik.
Auch Deutschland steht wegen der Ungleichheit bei den Lebensverhältnissen in der Kritik.  © Kalaene/Roessler/dpa

Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre verdoppelt habe, lebten über 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut, heißt es in einem Bericht, den Oxfam kurz vor Beginn einer digitalen Konferenz des Weltwirtschaftsforums vorstellte. Auch in Deutschland habe die Konzentration der Vermögen weiter zugenommen.

Oxfam forderte von den Regierungen weltweit, Konzerne und Superreiche zur Finanzierung sozialer Grunddienste stärker zu besteuern, für globale Impfgerechtigkeit zu sorgen und die Wirtschaft am Gemeinwohl auszurichten.

Mittlerweile seien über drei Milliarden Menschen zweifach gegen Covid-19 geimpft, doch nur rund neun Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen habe mindestens eine Impfdosis erhalten, so Oxfam: "Millionen Menschen, die hätten gerettet werden können, sind wegen der ungerechten Impfstoffverteilung an der Pandemie und ihren Folgen gestorben."

Corona-Ausbruch in Nordkorea, doch es gibt nur Medikamente gegen Fieber
Coronavirus Corona-Ausbruch in Nordkorea, doch es gibt nur Medikamente gegen Fieber

Die Impfstoffe müssten als öffentliches Gut behandelt werden, auch weil Regierungen ihre Entwicklung mit viel Steuergeld gefördert hätten.

Oxfam: Vermögende stärker in die Verantwortung nehmen

Das Bündnis für Umverteilung von Reichtum demonstrierte im vergangenen August in unter dem Motto "Wer hat der gibt" in mehreren deutschen Städten, darunter Hamburg.
Das Bündnis für Umverteilung von Reichtum demonstrierte im vergangenen August in unter dem Motto "Wer hat der gibt" in mehreren deutschen Städten, darunter Hamburg.  © Markus Scholz/dpa

Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland, kommentierte: "Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch. Regierungen haben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, doch ein Großteil ist bei Menschen hängen geblieben, die von steigenden Aktienkursen besonders profitieren."

Und weiter: "Während ihr Vermögen so schnell wächst wie nie zuvor und einige Ausflüge ins All unternehmen, hat die weltweite Armut drastisch zugenommen."

Von der Bundesregierung forderte Oxfam Deutschland, Konzerne und sehr Vermögende stärker in die Verantwortung zu nehmen. So müsse die Vermögensteuer wieder eingeführt werden und es brauche eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen. Der Patentschutz für Covid-19-Impfstoffe müsse ausgesetzt werden.

Kommt der nächste Corona-Winter? Forschungs-Geld soll uns beschützen
Coronavirus Kommt der nächste Corona-Winter? Forschungs-Geld soll uns beschützen

Die für diese Woche geplante Jahreskonferenz des Weltwirtschaftsforums in Davos war wegen der Corona-Lage verschoben worden. Stattdessen bringt die Stiftung digital Spitzenpolitiker zusammen, so will Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) am Mittwoch eine Rede halten.

Oxfam ist nach eigenen Angaben eine internationale "Nothilfe- und Entwicklungsorganisation", die weltweit Menschen mobilisiere, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiteten in einem Verbund 21 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 4100 lokalen Partnern in 90 Ländern.

Titelfoto: Montage: Jens Büttner/dpa, Roessler/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: