Party-Wochenende kurz vor dem Lockdown: Polizei hat alle Hände voll zu tun

Regensburg - Eine letzte Party vor dem Lockdown: Am Wochenende bevor das öffentliche Leben wieder weitgehend zum Erliegen kommen soll, scheinen die Menschen es noch einmal krachen lassen zu wollen. Zu der Einschätzung kommen einige Polizeipräsidien in Bayern am Samstag.

Volle Münchner Innenstadt, wo allerdings alle mit Masken unterwegs sind. Einige haben es kurz vor dem zweiten Lockdown in Deutschland nochmal richtig krachen lassen. (Symbolbild)
Volle Münchner Innenstadt, wo allerdings alle mit Masken unterwegs sind. Einige haben es kurz vor dem zweiten Lockdown in Deutschland nochmal richtig krachen lassen. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

"Gefühlt nutzen die Leute die Tage vor dem Lockdown noch aus", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg. In der Nacht auf Samstag habe es in der Regensburger Innenstadt einige Einsätze wegen Ruhestörung gegeben. 

Ebenso in Augsburg: "Der Freitag war ein bisschen unruhiger", teilte ein Sprecher der Polizei mit.

In Eltmann (Landkreis Haßberge) löste die Polizei am Freitagabend eine Feier mit neun Personen aus sechs verschiedenen Haushalten auf. 

Auch im Landkreis Regensburg feierten sechs Personen am Freitagabend in einer Wohnung in Wörth an der Donau. Die Polizei erfuhr von der Party, weil eine junge, betrunkene Frau in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Schlechte Nachrichten gab es am Samstag zudem für Urlauber im Freistaat: Touristen müssen Hotels spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Touristische Übernachtungen seien von dem Tag an nicht mehr gestattet, teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag. 

"Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt."

Dehoga-Chef zu Lockdown: "Völlig unverhältnismäßig"

Gastronomie-Betriebe müssen erneut dicht machen. (Symbolbild)
Gastronomie-Betriebe müssen erneut dicht machen. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Unter anderem Hotels dürfen dann keine Touristen mehr empfangen. 

So will die Politik die massiv steigenden Coronavirus-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt. In Schleswig-Holstein müssen Touristen grundsätzlich bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit, wie die Landesregierung in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mitteilte. 

Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen.

In Bayern haben am Freitag die einwöchigen Herbstferien begonnen. Der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Bayern, Ulrich Frank-John, sagte am Samstag: "Wir hätten die Touristen gerne behalten." 

Dass es auch bei den neuen Maßnahmen wieder das Gastgewerbe besonders betroffen sei, nannte er "völlig unverhältnismäßig". 

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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