Lehrer leugnet Corona und bezeichnet Maske als "modernes Hakenkreuz"

Berlin - Während in Talkshows darüber diskutiert wird, ob nun auch Grundschüler im Unterricht eine Maske tragen sollten, hält dieser Lehrer einer Berufsschule in Berlin-Wedding mit einer klaren Haltung dagegen: Das Coronavirus gibt es gar nicht und eine Maske tragen sei ohnehin der größte Schwachsinn.

Eine Mund-Nasebedeckung liegt im Tiergarten zwischen heruntergefallenem Laub.
Eine Mund-Nasebedeckung liegt im Tiergarten zwischen heruntergefallenem Laub.  © Kay Nietfeld/dpa

In zahlreichen YouTube-Videos hält er seine Meinung nicht außen vor und stößt dabei ins selbe Horn, wie die Querdenker, die erst am Wochenende wieder zu Tausenden auf die Straße gegangen sind.

"Maske tragen ist dumm! Maske tragen ist unterwürfig. Maske tragen ist ein absolutes No-Go!", erzählt Rüdiger Borrmann in einem seiner YouTube-Videos. 

"Und in einer Situation, in der wir uns gerade befinden, ist es noch dümmer, weil es gibt hier weit und breit kein Virus! Vor was wollen Sie sich schützen?", fragt er seine wenigen Hundert Follower und setzt noch einen drauf: "Es ist ein modernes Hakenkreuz".

Er selbst bezeichnet sich als "Anhänger der Meinungsfreiheit", spricht von besonderer Verantwortung und klingt wie die meisten Corona-Leugner. 

So spricht er unter anderem von "medial geschürter Massenhysterie, Willkür der politischen Entscheidungen, massiver Einschränkung der Grundrechte, Zensur der Meinungsfreiheit, Gleichschaltung der Medien" und "Diffamierung Andersdenkender".

Lehrer macht sich im Unterricht über Maßnahmen lustig

Der Lehrer hält rein gar nichts von der Maskenpflicht.
Der Lehrer hält rein gar nichts von der Maskenpflicht.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Doch nicht nur auf der Videoplattform zeigt er, was er von den Maßnahmen hält. Wie der RBB berichtet soll der Lehrer sich auch im Unterricht immer wieder über die Pandemie lustig gemacht haben. Eine Schülerin berichtet dem TV-Sender, dass sein Sohn, der noch bei ihm wohnt, positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. 

"Dabei hat er sich darüber lustig gemacht, dass man ja nicht so laut reden sollte, weil er dann zu viele Aerosole im Raum verteilt. Und falls wir zufälligerweise schwerkranke Eltern haben, dann ist es nicht zu schlimm, denn es ist ja nur eine Grippe." 

Natürlich hat der Lehrer auf eine Maske verzichtet.

Schon während des Lockdowns soll er seine Ansichten, in der fürs Homeschooling eingerichteten Chatgruppe, verbreitet haben. Mehr und mehr soll er politische Links geteilt haben - unter anderem von Verschwörungstheoretiker KenFM. Jetzt drohen Borrmann allerdings Konsequenzen.

Die Schüler wollen seinen Unterricht boykottieren und wandten sich bereits an die Schulaufsicht. Diese hat laut RBB inzwischen eine dienstrechtliche Prüfung gegen den Lehrer eingeleitet. 

Update, Freitag 14 Uhr: Aufsicht prüft Fall wegen fragwürdiger Videos zu Corona

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung prüfe dienstliche Konsequenzen gegen den Lehrer, teilte ein Sprecher am Freitag mit. "Wir dulden nicht, dass Hygienemaßnahmen an Schulen unterlaufen werden. Es gibt klare und verbindliche Regelungen, die alle einzuhalten haben. Und wir werden es auch nicht hinnehmen, wenn Lehrkräfte sich über diese Regelungen hinwegsetzen."

Nach Informationen von rbb24 Recherche meldeten sich Schülervertreter der Schule zu Wort. Der Lehrer vertrete eine "absolute Einzelmeinung, die weder wir als Schülerschaft noch unsere Lehrer*innen unterstützen!", heißt es in einem Schreiben vom Donnerstag, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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