Corona-Impfung: Senioren-Union mit scharfer Kritik an sächsische Regierung

Leipzig - Die Impfung gegen das Coronavirus gehört momentan weltweit zu den am meisten diskutierten Themen. An deren Verteilung und Durchführung scheiden sich auch die Geister der deutschen Parteien: Der Leipziger Landesverband der "Senioren Union der CDU" wendet sich nun in einem offenen Brief mit Kritik an Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).

Die Senioren Union der CDU kritisiert die Terminvergabe der Impfungen. (Symbolbild)
Die Senioren Union der CDU kritisiert die Terminvergabe der Impfungen. (Symbolbild)  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

In dem Schreiben wird vor allem auf die Schwierigkeiten und unbeantworteten Fragen aufmerksam gemacht, die viele ältere Menschen momentan plagen.

So klagt der Landesverband unter anderem über den hohen Aufwand, der betrieben werden müsse, um an einen Corona-Impftermin zu kommen.

Die Termine auf der offiziellen Website seien blitzschnell ausgebucht gewesen, die stundenlangen Warteschleifen bei der telefonischen Vergabe (ab dem 18. Januar) nicht gerade ein verlockender Gedanke.

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"Gerade in der jetzt aufgerufenen Altersgruppe über 80 ist die Nutzung von Internet oder Smartphone keineswegs selbstverständlich", erklärt der Landesverband weiter das Dilemma.

Nicht jeder habe außerdem Kinder oder Enkel, die bei der Online-Terminvergabe helfen könnten.

Spätestens nach dem Ergattern eines solchen Impftermins stelle sich den Senioren dann schon die nächste Frage: "Wie kommt der 87-jährige Alleinstehende zum Impfzentrum?"

Beim Transport in einem Taxi wäre die Abstandsregel von 1,5 Metern nicht wirklich einhaltbar. Öffentliche Verkehrsmittel sollen laut Empfehlung von der älteren Generation am besten gemieden werden, seien in ländlichen Gegenden noch dazu "ziemlich ausgedünnt".

Senioren Union der CDU hat drei Forderungen

Die Senioren der CDU haben deshalb drei zentrale Forderungen aus den Beschwerden gesammelt und richten sich mit ihnen nun an die Regierung:

  • Briefliche Benachrichtigung der betroffenen Risikogruppe (80+) über das Anmeldeverfahren! (Wie es bei den Wahlbenachrichtigungen üblich ist.)
  • Zusätzliche Hilfetelefone bei den Verwaltungen.
  • Übernahme von Taxikosten/Fahrkarten zum Impftermin oder Fahrdienste.

Man darf gespannt sein, wie die Reaktion auf ihre Forderungen bei der Regierung ausfallen wird.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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