Leopoldina-Vorgaben laut Markus Söder ein "Warn- und Weckruf an Berlin"

München - Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) hat die Empfehlung der wissenschaftlichen Akademie Leopoldina für sofortige Kontaktbeschränkungen ebenso für Geimpfte als "einen Warn- und Weckruf an Berlin" bezeichnet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) setzt sich für deutlich strengere Coronavirus-Maßnahmen in Deutschland ein.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) setzt sich für deutlich strengere Coronavirus-Maßnahmen in Deutschland ein.  © Daniel Karmann/dpa

"Die Lage ist ernster, als die meisten glauben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. "Und Omikron könnte zu einer neuen Bedrohung werden", betonte der Politiker im Hinblick auf die im südlichen Afrika neu entdeckte Virusvariante, die inzwischen auch im Freistaat angekommen ist.

"Wir sollten daher die Hinweise der Leopoldina sehr ernst nehmen und rasch beraten", sagte Söder.

Die Leopoldina hatte unter anderem vorgeschlagen, Kontaktbeschränkungen sofort zu verhängen, eine Impfpflicht zunächst für Klinikpersonal einzuführen und zudem bis Jahresende 30 Millionen Booster-Impfungen in Deutschland zu ermöglichen.

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Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (57 CSU), hat sich angesichts der Forderungen für ein schnelles Bund-Länder-Treffen ausgesprochen.

Die Äußerungen des wissenschaftlichen Beratergremiums könnten nicht ignoriert werden, sagte Holetschek am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in der Landeshauptstadt Bayerns.

"Ich bin immer dafür, auf die Wissenschaft zu hören", sagte der CSU-Politiker und führte im Anschluss weiter aus: "Das ist ein Weckruf par excellence der Leopoldina." Der Bund müsse dieses Signal nun entsprechend unverzüglich aufnehmen.

Neue Virusvarianten machten schnelles und konsequentes Handeln noch dringlicher, hieß es seitens der Akademie.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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