Letzte Bastion gegen das Virus ist gefallen: In Nordkorea gibt's jetzt auch Corona

Pjöngjang - Mehr als zwei Jahre hat sich Nordkorea tapfer gegen das Coronavirus gestemmt, doch jetzt muss auch das asiatische Land die ersten Infektionen mit dem Virus offiziell einräumen. Zuvor hatte sich ein mysteriöses Fieber in rasanter Geschwindigkeit ausgebreitet und wohl auch mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Warum jetzt ausgerechnet Südkorea der Retter in der Not sein könnte.

Kim Jong-un (38), Machthaber von Nordkorea, bestätigt in einem Treffen den ersten Corona-Toten im Land.
Kim Jong-un (38), Machthaber von Nordkorea, bestätigt in einem Treffen den ersten Corona-Toten im Land.  © Uncredited/KRT/AP/dpa

Vorab: Natürlich wird es seit Ausbruch der Pandemie auch in Nordkorea eine ganze Reihe von Corona-Infektionen gegeben haben - nur wurden die offiziell nie vermeldet. Dass dies jetzt der Fall ist, lässt Befürchtungen aufkommen, wie schlimm es um das Land mit einem schwachen Gesundheitssystem und einer teils unterernährten Bevölkerung wirklich steht.

Mehr als 350.000 Menschen seien laut Staatsmedien binnen kürzester Zeit an einem "mysteriösen Fieber" erkrankt, 188.000 immer noch in Quarantäne.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei einer Vielzahl der Fälle um Corona handelt, nicht zuletzt deswegen, weil die Regierung jüngst die ersten Fälle mit dem Omikron-Typen BA.2 offiziell eingeräumt hat und am heutigen Freitag den ersten Toten vermeldete.

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Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat Machthaber Kim Jong-un (38) nun einen strikten Lockdown für alle Städte und Landkreise angeordnet.

Strenger Lockdown angekündigt

Nordkorea verhängt eine landesweite Abriegelung, um seinen ersten anerkannten Coronavirus-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.
Nordkorea verhängt eine landesweite Abriegelung, um seinen ersten anerkannten Coronavirus-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.  © Lee Jin-Man/AP/dpa

Jede Arbeits- und Produktionsstätte sowie sämtliche Wohneinheiten müssten voneinander isoliert werden. Er selbst sei zuversichtlich, dass die zuständigen Stellen die "Quellen der Verbreitung der bösartigen Epidemie" auslöschen können.

Doch ganz so zuversichtlich ist man im Süden von Korea da nicht. Zu der Unterernährung gesellt sich der Punkt, dass die Nordkoreaner kaum bis gar nicht geimpft und dem Virus somit schutzlos ausgeliefert sind.

In Seoul möchte man dem Nachbarn trotz aller Spannung deshalb jetzt helfen. So bat Präsident Yoon Suk-yeol (61) an, Corona-Impfstoffe und andere medizinische Versorgungsgüter nach Norden zu liefern.

Titelfoto: Bildmontage: Uncredited/KRT/AP/dpa, Lee Jin-Man/AP/dpa

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