Lockdown bis zu den Osterferien? Das plant Merkel jetzt

Berlin - Wird der Corona-Lockdown bis zu den Osterferien verlängert?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will den bundesweiten Lockdown bis zu den Osterferien verlängern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will den bundesweiten Lockdown bis zu den Osterferien verlängern.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Offenbar will Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) den Lockdown bis zum 28. März 2021 verlängern. Das geht aus einer Beschlussvorlage vor dem Gipfel mit den Ministerpräsidenten am morgigen Mittwoch hervor, die TAG24 vorliegt.

Allerdings wolle Merkel nun nicht mehr strikt an der Sieben-Tage-Inzidenz von 35 festhalten: "Bund und Länder wollen nun erproben, wie durch die deutliche Ausweitung von Tests und ein Testprogramm in Verbindung mit einer besseren Nachvollziehbarkeit der Kontakte im Falle einer Infektion Öffnungsschritte auch bei höheren 7-Tage-Inzidenzen mit über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner möglich werden", heißt es in der Vorlage.

Aus dem Entwurf geht hervor, dass in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßige Corona-Tests "mehr Normalität und sichere Kontakte" ermöglichen sollen, bis allen in Deutschland lebenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden konnte.

Schnelltests seien inzwischen in großer Zahl verfügbar und das Testangebot werde durch kostengünstige Selbsttests erweitert.

Auch beim Selbsttest gilt: Ist er positiv, geht es sofort in die Isolation!

Eine Schülerin in Magdeburg träufelt eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen SARS-CoV-2-Antigentest.
Eine Schülerin in Magdeburg träufelt eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen SARS-CoV-2-Antigentest.  © Ronny Hartmann/dpa

Zudem sollen bis Anfang April schrittweise Folgendes umgesetzt werden:

  • Ein bis zwei kostenlose Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis pro Präsenzwoche für Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler.
  • Unternehmen in Deutschland werden verpflichtet, ihren Beschäftigten, die im Unternehmen präsent sind, pro Woche mindestens ein oder zwei kostenlose Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis anzubieten.
  • Allen asymptomatischen Menschen wird ein Mal oder bis zu zwei Mal pro Woche ein kostenloser Schnelltest einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis in einem von der jeweiligen Kommune betriebenen Testzentrum, bei von der jeweiligen Kommune beauftragten Dritten oder bei niedergelassenen Ärzten ermöglicht. Die Kosten übernimmt der Bund.

Ein positiver Schnell- oder Selbsttest erfordert die sofortige Isolation und zwingend einen Bestätigungstest mittels PCR-Test (kostenlos)!

Mehr Treffen mit Familie und Freunden möglich

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, mussten auch Blumenläden schließen. Nun könnten sie bald wieder aufmachen.
Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, mussten auch Blumenläden schließen. Nun könnten sie bald wieder aufmachen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Erweitert wird zudem die Möglichkeit privater Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten ab 8. März! Demnach sollen Treffen des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sein, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.

Weitere Öffnungsschritte sind ebenfalls geplant: Nach Schulen und Friseuren könnten in einem zweiten Öffnungsschritt bundesweit Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte öffnen. Voraussetzung sind ein entsprechendes Hygienekonzepten und die Begrenzung von einem Kunden pro 20 Quadratmetern.

Darüber hinaus könnten die noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen. Voraussetzung hierfür sind ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest des Kunden sowie ein Testkonzept für das Personal.

Abhängig vom Infektionsgeschehen (Inzidenz stabil unter 35) können die Länder in einem dritten Öffnungsschritt unter anderem Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten öffnen. Außerdem wäre dann auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen im Außenbereich wieder machbar.

Der vierte Öffnungsschritt kann, wiederum in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen, erfolgen, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz nach dem dritten Öffnungsschritt in einem Bundesland oder einer Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat und stabil unter 35 bleibt. In dem Fall könnten die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

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