Lockdown im Landkreis Rottal-Inn: Geschäftsleute rechnen mit dem Schlimmsten

Pfarrkirchen - Bei Geschäftsleuten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ist der Frust groß: Wegen enorm gestiegener Corona-Zahlen gibt es ab Dienstag erneut strikte Ausgangsbeschränkungen.

Im Landkreis Rottal-Inn gelten ab Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen.
Im Landkreis Rottal-Inn gelten ab Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen.  © Armin Weigel/dpa

Der Einzelhandel bleibt zwar geöffnet, jedoch dürfen die Menschen nur für dringend notwendige Erledigungen aus dem Haus gehen. Restaurants und Cafés dürfen ihre Speisen nur noch zum Mitnehmen anbieten. 

"Es war zu befürchten", sagt eine Bäckerei-Verkäuferin in Pfarrkirchen. Es habe zuletzt einfach zu viele illegale Privatpartys gegeben. Unter den Auswirkungen hätten nun alle zu leiden.

Als am Montagvormittag die Nachricht vom Lockdown gekommen sei, hätten schlagartig zahlreiche Kunden angerufen und Brot für die nächsten Tage bestellt. Die Menschen seien eben verunsichert, wie es weitergeht, sagt die Verkäuferin. 

In einem nahe gelegenen Café sitzt die Filialleiterin gerade am Dienstplan für ihre Mitarbeiter. Die Situation sei schlimm, sagt sie. 

Weiter will sie sich gar nicht äußern. Zu groß sind die Sorgen.

Gastronomie im Landkreis Rottal-Inn sieht schwarz

Schüler stehen in der Pfarrkirchener Innenstadt. Ab Dienstag brauchen Menschen einen triftigen Grund, um sich hier aufzuhalten.
Schüler stehen in der Pfarrkirchener Innenstadt. Ab Dienstag brauchen Menschen einen triftigen Grund, um sich hier aufzuhalten.  © Armin Weigel/dpa

Im Restaurant "Spazl" versucht sich Pächter Gotthard Pixner auf die Situation einzustellen. Es sei einfach "scheiße", bringt er es auf den Punkt. Nach der Schließung im Frühjahr seien sie wegen des guten Terrassengeschäftes im Sommer "mit einem blauen Auge davongekommen". 

Nun könne es wirklich eng werden. Einige Mitarbeiter habe er ohnehin bereits entlassen müssen. Er hofft, dass der Lockdown nicht länger als die nun vorgesehenen zehn Tage dauern wird.

In einem Floristikladen herrscht reger Betrieb. Gerade die Woche vor Allerheiligen sei für Blumengeschäfte wichtig, sagt Verkäuferin Birgit Maier. Einige Kunden hätten Blumen vorbestellt, so dass sie diese nur kurz abzuholen bräuchten, ohne sich länger aufzuhalten. 

Die Schließung im Frühjahr sei problematisch gewesen, weil auch das eine wichtige Zeit für ihre Branche sei.

Ab Dienstag um 0.00 Uhr gelten im Landkreis Rottal-Inn strikte Ausgangsbeschränkungen. Dort lag am Montag der Schwellenwert laut Landesamt für Gesundheit (LGL) bei etwa 279 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Huml bittet Menschen im Kreis Rottal-Inn für Verständnis für Ausgangsbeschränkungen

Melanie Huml (CSU), Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege.
Melanie Huml (CSU), Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege.  © Jörg Carstensen/dpa

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat bei den Menschen im Landkreis Rottal-Inn um Verständnis für die Ausgangsbeschränkungen und Schul- und Kita-Schließungen geworben. 

Die Einschränkungen seien notwendig, um Infektketten durchbrechen zu können, sagte Huml am Montag in Pfarrkirchen. Und dazu sei es eben nötig, dass man sich weniger begegne und Kontakte beschränke.

"Ich bin mir bewusst, dass es für die Bevölkerung immer Einschnitte sind", sagte Huml. Aber es sei nun notwendig, zu handeln. "Das Virus kann nur gemeinsam in die Schranken gewesen werden", betonte sie.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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