Lockerungen der Corona-Regeln in Sachsen: Das ändert sich ab heute!

Dresden - In der Corona-Krise gibt es von diesem Montag an weitere Lockerungen in Sachsen: Friseure und Kosmetiksalons dürfen wieder öffnen, ebenso Museen, Bibliotheken, Zoos und Spielplätze. Alle müssen allerdings strenge Hygiene- und Schutzauflagen erfüllen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Martin Dulig (46, SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, sitzt vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal und trägt dabei einen Mundschutz.
Martin Dulig (46, SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, sitzt vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal und trägt dabei einen Mundschutz.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Außerdem sind Einrichtungen des Kinderschutzes und der Jugendhilfe nicht länger geschlossen. Ab Mittwoch (6. Mai) dürfen dann auch wieder mehr Jungen und Mädchen an ihre Schulen zurückkehren: Das gilt zunächst für Schüler aller Vorabschlussklassen der Gymnasien, Berufsbildender Schulen, Oberschulen und Förderschulen. In Grund- und Förderschulen darf die Klassenstufe 4 zurück.

Bei Kontakten gibt es eine Neuerung: Ab Montag darf man sich in Sachsen mit Menschen aus dem eigenen Haushalt, dem Partner oder der Partnerin sowie mit einem weiteren Menschen und dessen Partner oder Partnerin draußen treffen. 

Davor war es nur erlaubt, sich mit den Leuten aus dem Haushalt oder einer weiteren Person zu treffen. Eine Familie oder Wohngemeinschaft darf also draußen ein Paar treffen. 

Zu anderen Leuten muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern gehalten werden. Die Menschen sind weiter aufgefordert, auf Besuche von Verwandten zu verzichten.

Lockerungen auch beim Einkaufen: Größere Ladengeschäfte dürfen öffnen, wenn sie ihre Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter begrenzen. Auch Möbelhäuser können - unabhängig von ihrer Größe - wieder öffnen.

Einkaufszentren müssen vor der Öffnung Konzepte vorlegen und mit dem Gesundheitsamt ‎abstimmen.

Friseure bereiten sich auf Neustart vor

Mitarbeiter der Stadt Dresden verteilen vor dem Rathaus Mundschutzmasken.
Mitarbeiter der Stadt Dresden verteilen vor dem Rathaus Mundschutzmasken.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir haben uns die Entscheidung mit den Einkaufszentren nicht leicht gemacht", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem seien ‎nicht die einzelnen Läden, diese könnten die Begrenzung von einem Kunden auf 20 Quadratmeter und ‎die Pflicht zum Mundschutz einhalten. 

Problematisch seien eher die Flächen, auf denen sich viele ‎Menschen treffen könnten - auf dem Parkplatz, im Fahrstuhl oder auf den Gängen. Daher müssten die Einkaufszentren vor der Öffnung sicherstellen, dass Abstände und ‎Hygienevorschriften eingehalten werden.
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Dulig geht davon aus, dass nicht gleich am Montag alle Einkaufszentren in Sachsen öffnen, in manchen ‎Fällen brauche man noch 48 bis 72 Stunden, weil erst die Abstimmungen erfolgen müssten. 

"Nicht alle ‎werden ab Montag öffnen, aber ab Montag ist es zumindest möglich. Nun liegt es an Centern und ‎Malls, entsprechende Vorschriften zu erlassen."

Die Lockerungen hatte Sachsens Regierung bereits in der vergangenen Woche diskutiert und am Donnerstagabend nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen.

So dürfen nach sechs Wochen Corona-Zwangspause auch die knapp 4000 Friseurbetriebe in Sachsen mit rund 20.000 Beschäftigten öffnen - ebenfalls unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen. So müssen Kunden und Friseure Mundschutz tragen, Arbeitsplätze regelmäßig desinfizieren, Augenbrauenzupfen und Bartpflege sind vorerst tabu. Um den Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten, können weniger Kunden betreut werden.

"Die Inhaber sind darauf eingestellt, ihre Gewerbe auch unter verschärften Auflagen auszuüben‎", sagte ein Sprecher des sächsischen Handwerkstages im Vorfeld. Viele Auftragsbücher seien bereits auf Wochen hin gut gefüllt, hieß es. 

Spontane Friseurbesuche sind allerdings nicht möglich, Termine müssen vorher telefonisch vereinbart werden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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