"Long COVID - Leiden unter Langzeitfolgen": MDR-Reportage gibt Patienten eine Stimme

Leipzig/Jena - Wer sich mit dem Coronavirus infiziert und die Erkrankung überstanden hat, denkt, er hat das Schlimmste hinter sich. Falsch! Viele Menschen kämpfen mit erheblichen Spätfolgen. In der Reportage "Long COVID – Leiden unter Langzeitfolgen" stellt das MDR-Gesundheitsmagazin "Hauptsache gesund" Patienten vor, die mit den Konsequenzen des Virus kämpfen.

Atemnot, Konzentrationsprobleme, Muskel- und Gelenkschmerzen: Die Folgen einer Corona-Erkrankung können verheerend und vielschichtig sein. (Archivbild)
Atemnot, Konzentrationsprobleme, Muskel- und Gelenkschmerzen: Die Folgen einer Corona-Erkrankung können verheerend und vielschichtig sein. (Archivbild)  © Sina Schuldt/dpa

Die Medizin geht aktuell von 400.000 Betroffenen in Deutschland aus, die unter Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden. Das Erscheinungsbild ist dabei sehr unterschiedlich, sodass oft von der Krankheit mit den 1.000 Gesichtern gesprochen wird.

In der neuen Long-COVID-Ambulanz am Universitätsklinikum Jena wird Menschen geholfen, die unter den Folgen der Krankheit leiden.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Stallmach wird zusammen mit Experten aus verschiedenen Fachrichtungen für jeden Patienten ein individuell zugeschnittenes Therapiekonzept erstellt.

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Einer der Betroffenen ist der Leistungssportler Manuel Karger. Seitdem das Virus den 35-Jährigen befallen hat, lässt ihn sein Körper im Stich. Er klagt über Muskel- und Gelenk-Schmerzen, ein Brennen in der Brust, Schwindelattacken, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen.

Die 47-jährige Anja Wagner aus Thüringen ist seit Monaten krankgeschrieben und erholt sich nur langsam. Atemnot und Schwäche sind seit ihrer Corona-Erkrankung ein täglicher Wegbegleiter. Sie kann sich nicht mehr konzentrieren oder zwei Dinge parallel machen.

Mit Therapiekonzepten und Ausdauertraining wollen sich Long-Covid-Patienten wieder zurück ins Leben kämpfen. (Archivbild)
Mit Therapiekonzepten und Ausdauertraining wollen sich Long-Covid-Patienten wieder zurück ins Leben kämpfen. (Archivbild)  © Sina Schuldt/dpa

"Stell' dich nicht so an!" - Betroffene werden oft nicht ernst genommen

Neben den Folgen müssen sich die Betroffenen mit einer Gemeinsamkeit herumplagen: Fast alle Long-Covid-Patienten kämpfen darum, dass sie ernst genommen werden.

Eine erkrankte Ärztin musste solche Erfahrungen sammeln. Aus Angst vor bösen Kommentaren will sie im Film anonym bleiben.

Der Grund: Als sie nach der Erkrankung nicht mehr auf die Beine kommt, hört sie von Kollegen: "Stell' dich nicht so an!" Dabei ist sie körperlich am Ende und denkt an Suizid.

Die MDR-Reportage "Long COVID – Leiden unter Langzeitfolgen" ist ab dem heutigen Donnerstag exklusiv in der ARD-Mediathek zu sehen.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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