Long-Covid-Studie: Jeder zweite hat noch nach Monaten Beschwerden

Kiel - Das ist erschreckend: Rund 50 Prozent der Patienten klagen einer Studie zufolge auch neun Monate nach einer überstandenen Corona-Infektion über Long-Covid-Symptome, wie fehlenden Geschmackssinn, Vergesslichkeit oder Denk- und Konzentrationsstörungen.

In der Klinik Bad Rothenfelde werden Long-Covid-Patienten behandelt.
In der Klinik Bad Rothenfelde werden Long-Covid-Patienten behandelt.  © Sina Schuldt/dpa

Das sei ein erstes Zwischenergebnis einer Langzeitstudie an den Universitätskliniken in Kiel, Würzburg und Berlin, sagte Professor Thomas Bahmer, einer der Leiter der Studie.

Ob in allen Fällen eine Covid-Infektion die Ursache für diese Beschwerden sei, stehe jedoch noch nicht sicher fest, sagte Bahmer. Weitere Gründe könnten auch eine lang dauernde intensivmedizinische Behandlung sein oder die psychische Belastung durch die Pandemie, sagte Bahmer.

Unter den Teilnehmern der Studie sind den Angaben zufolge sowohl junge sportliche Patienten, die sich in der ersten Welle angesteckt hatten, als auch ältere, die in der zweiten Welle besonders betroffen waren.

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An der "populationsrepräsentativen Studie zu Folgeerkrankungen von COVID-19 in Schleswig-Holstein" - so der offizielle Name der Studie - kann jeder teilnehmen, der mindestens 18 Jahre alt ist und nachgewiesenermaßen eine Corona-Infektion überstanden hat.

Die vom bundesweiten Forschungsnetzwerk Universitätsmedizin und dem Land Schleswig-Holstein finanzierte Studie läuft bereits seit November 2020. Seither wurden rund 1500 Patienten untersucht, davon rund 1100 aus Schleswig-Holstein.

"Die Studie ist zunächst bis Ende dieses Jahres befristet, doch eine Verlängerung bis Ende 2024 ist beantragt", sagte Bahmer.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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