Biologe mit schrecklicher Prognose: "Nächstes Virus könnte Hundert Millionen Menschen töten"

Los Angeles - Ausgangsbeschränkungen, Wirtschaftskrise, Frust: Die aktuell durch das Coronavirus ausgelöste Lage ist für viele Menschen ein tiefer Einschnitt in das gewohnte Leben.

Das Coronavirus hat bereits zahlreiche Menschenleben gefordert.
Das Coronavirus hat bereits zahlreiche Menschenleben gefordert.  © Massimo Paolone/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Zahlreiche Forscher auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit der Frage, wie man den derzeitigen Zustand verbessern könnte. Lösungen nach einem Heilmittel werden gesucht, aber natürlich wird auch kräftig geforscht, wo der genaue Ursprung der ganzen Misere liegt.

Zu den Menschen, die die Antworten auf diese Fragen finden wollen, zählen auch Jared Diamond, Evolutionsbiologe und Professor für Geografie an der University of California in Los Angeles und Virologe Nathan Wolfe. Ihre bisherigen Ergebnisse veröffentlichen die beiden regelmäßig in den Medien, darunter auch in der "Süddeutschen Zeitung".

Nach Ansicht der Experten liegt der Ausbruchsort des Virus in der Millionenmetropole Wuhan. Das Coronavirus fand "seinen Weg über dort angebotene Larvenroller, kleine fleischfressende Schleichkatzen, die sich zuvor bei Fledermäusen mit Sars infiziert hatten", berichten die Forscher.

Covid-19 zählt deshalb zu den Infektionskrankheiten, die von Parasiten, Pilzen, Bakterien oder Viren verursacht und wechselseitig zwischen Menschen und Tieren übertragen werden können.

Durch den direkten Kontakt mit oder sogar dem Verzehr von Fledermäusen oder Schuppentieren oder ähnlichem ist die Wahrscheinlichkeit nach Meinung der Experten groß, dass solche Krankheiten wie das Coronavirus ihren Weg zum Menschen finden.

Das Verbot von Wildtiermärkten ist für den Biologen Diamond und den Virologen Wolfe daher unumgänglich, um Pandemien dieser Art in Zukunft zu verhindern. Doch hierin liegt genau das Problem.

"Das Virus, das nach Covid-19 kommt, könnte uns noch viel schlimmer treffen."

Nach Ansicht der Biologen könnte die nächste Epidemie das Coronavirus noch in den Schatten stellen.
Nach Ansicht der Biologen könnte die nächste Epidemie das Coronavirus noch in den Schatten stellen.  © Jarun Ontakrai/123RF

China möchte zwar in naher Zukunft Verbote gegen Wildtiermärkte aussprechen - jedoch ist die Nutzung der Bestandteile von Wildtieren in der chinesischen Tradition tief verwurzelt. So finden die Schuppen des Schuppentieres beispielsweise Verwendung in der chinesischen Medizin. 

Wolfe und Diamond stellen klar: "Solange Wildtiere für den menschlichen Verzehr oder andere Zwecke verwendet werden, wird es weitere Epidemien geben."

Schaut man sich die aktuelle Situation an, kann das kein Szenario sein, das man sich wünschen würde.

Die Forscher gehen mit ihrer Prognose sogar noch einen Schritt weiter. Demnach könnte eine mögliche nächste Epidemie noch schlimmere Auswirkungen auf den Menschen als das Coronavirus haben:

"Das Virus, das nach Covid-19 kommt, könnte uns noch viel schlimmer treffen. Es gibt keinen biologischen Grund, warum zukünftige Epidemien nicht mehrere Hundert Millionen Menschen töten und den Planeten in eine jahrzehntelange Depression stürzen könnten, wie sie die Geschichte nie gekannt hat".

Titelfoto: Massimo Paolone/LaPresse via ZUMA Press/dpa

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