Luca-App verspricht wichtige Funktion, doch die gibt es gar nicht!

Rostock - Sie gilt als DAS Mittel, um Restaurant- und Konzertbesuche wieder zu ermöglichen: die Luca-App. Daher setzte zuerst das Land Mecklenburg-Vorpommern darauf. Doch nun kommt heraus: Ein wichtiges Feature funktioniert nicht!

Nutzer der Luca-App checken bei Betreten eines Geschäftes per QR-Code ein.
Nutzer der Luca-App checken bei Betreten eines Geschäftes per QR-Code ein.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Mithilfe der App sollen die fälschungsanfälligen Papierzettel mit Adressdaten beim Besuch von Gastronomie, Einzelhandel und Kultur der Vergangenheit angehören.

Das macht den bisher vom Corona-Lockdown schwer getroffenen Branchen große Hoffnung. Damit könnte das brachliegende gesellschaftliche Leben wieder hochgefahren werden.

Daher hat Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland zugegriffen. Die Kosten für Lizenz und Betrieb belaufen sich auf etwa 440.000 Euro.

Inzwischen setzen auch Berlin und Bremen sowie weitere Städte und Kommunen auf das System.

Das Prinzip der Luca-App klingt simpel: Nutzer registrieren sich mit Handynummer, Name und Adresse. Betreten sie ein Geschäft, können sie dort mit einem QR-Code einchecken, beim Gehen checken sie aus. Im Infektionsfall kann das Gesundheitsamt Kontaktpersonen informieren.

Alles verschlüsselt und sicher, versprechen die Entwickler. Seit Anfang März wird die App in Rostock verwendet.

Der erste große Praxistest zeigt: Mindestens ein Versprechen ist nur heiße Luft.

Luca-App-Nutzer bemerkt, dass Check-out nicht funktioniert

Luca-App bietet auf Android nicht alle Funktionen

Smudo (53) brachte sich bei der Luca-App ein und bewirbt sie.
Smudo (53) brachte sich bei der Luca-App ein und bewirbt sie.  © Axel Heimken/dpa

Eigentlich soll die Luca-App auch "automatische Check-outs und Geo-Fencing" bieten. Das soll beispielsweise geschehen, wenn der Nutzer einen bestimmten Radius um ein Geschäft verlässt.

Allerdings funktioniert das nur auf iPhones. Wer ein Smartphone mit dem weit verbreiteteren Android hat, muss selbst auschecken.

Der Mangel wurde nun auf Nachfrage eines App-Nutzers auf Twitter öffentlich. "Ist euch bekannt, dass die automatische Checkout Funktion nicht funktioniert? Auch drei Stunden später ist man noch eingeloggt", schrieb GS Talk. Ein Entwickler meldete sich Freitagnachmittag und antwortete: "Auf Android ist das Feature noch in Review, sollte kommende Woche freigegeben werden."

Doch wieso wurde dann wochenlang offensiv mit dieser Funktion geworben?

Dabei bemerkten Spezialisten früh, dass es nur ein leeres Versprechen ist.

Der Rostocker IT-Spezialist Martin Steinbach schrieb Anfang März, dass der automatische Check-out mangels Zugriff auf die Standortdaten nicht möglich sei.

Seit Wochen verlassen sich aber Kunden und Unternehmer darauf. Anscheinend zu Unrecht.

Auch neueste Version der Luca-App bietet keine Abhilfe

IT-Spezialist beschreibt ausführlich die Probleme der Luca-App beim Check-out

TAG24 hat die Macher der Luca-App um eine zeitnahe Stellungnahme gebeten.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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