Lust auf Sex, aber Sorge vorm Coronavirus? Hier kommt die Lösung

Boston - Soziale Distanz, gründliches Händewaschen und eine Maske sind die bekannten Regeln, um einer Infektion mit dem neuen Coronavirus vorzubeugen. Doch wie geht man eigentlich in Zeiten von Covid-19 mit der Lust um? Dürfen wir noch unbedenklich Sex haben?

Kein Sex ist in Zeiten von Covid-19 auch keine Lösung.
Kein Sex ist in Zeiten von Covid-19 auch keine Lösung.  © 123rf.com/Kaspars Grinvalds (Symbolbild)

Dieser Frage gingen drei Ärzte aus Harvard nach. 

Sie untersuchten, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, sich bei einer Reihe von sexuellen Aktivitäten mit dem SARS-CoV-2-Erreger anzustecken.

Um beim Liebesspiel eine Infektion zwischen Partnern zu verhindern, die nicht zusammen leben, sollte jeder eine Maske tragen und Küsse vermieden werden, schreiben die Autoren in der Zeitschrift "Annals of Internal Medicine".

Andernfalls könne auch Sex zur Ausbreitung des Coronavirus' beitragen.

Zwar wurde die sexuelle Übertragbarkeit von Covid-19 noch nicht genau untersucht, aber bekannt ist, dass sich die hochansteckende Erkrankung auch durch Tröpfchen beim Sprechen, Husten, Niesen und Spucken ausbreitet.

Dr. Jack Turban, Mediziner an der Harvard Medical School in Boston und Leiter der Studie, warnte gegenüber CNN, dass "die Auswirkungen dieser Empfehlungen auf die sexuelle Gesundheit" bislang "wenig Beachtung gefunden" haben, obwohl es möglich ist, dass "alle Formen des persönlichen sexuellen Kontakts ein Risiko für die Übertragung des Virus bergen".

Denn beim Sex kommen sich alle Beteiligten sehr nahe, so dass sie "diesen Tröpfchen wahrscheinlich ausgesetzt" sind. Und da schätzungsweise 35 Prozent der Coronavirus-Patienten asymptomatisch sind, könne Sex die besten Voraussetzungen für eine Infektion bieten.

Sexuelle Abstinenz ist keine Option

Gewöhnungsbedürftig: Mit Maske sei Sex weniger riskant, behaupten die Autoren der Studie.
Gewöhnungsbedürftig: Mit Maske sei Sex weniger riskant, behaupten die Autoren der Studie.  © 123rf.com/lightfieldstudios (Symbolbild)

In der Studie heißt es auch, dass sexuelle Abstinenz das geringste Infektionsrisiko biete, aber die Autoren erkennen an, dass dies für viele keine realistische Option sei. 

Darüber hinaus könnte die Vorstellung, dass Sex "gefährlich" sei, "negative psychologische Auswirkungen haben, wenn Menschen besonders anfällig für psychische Gesundheitsprobleme sind", erklären die Verfasser. Damit verfolgt die Studie also einen sexuell positiven Ansatz. 

Um einer Infektionen besser vorzubeugen, empfehlen die Forscher, die Anzahl der Sexualpartner zu reduzieren und Sex mit Menschen zu vermeiden, die Symptome von Covid-19 aufweisen (beispielsweise Fieber, Husten, Müdigkeit, Geschmacks- oder Geruchsverlust).

Menschen, die Sex mit Partnern außerhalb ihres Zuhauses haben, sollten nicht nur Masken tragen, sondern auch vorher und nachher duschen. 

Außerdem sollten sexuelle Handlungen vermieden werden, bei denen Körperflüssigkeiten oral übertragen werden. Nach dem Sex lohne sich zudem, den Liebesspiel-Bereich anschließend mit Seifen- oder Alkoholtüchern zu reinigen. Ebenfalls auf der Liste der Empfehlungen: Selbstbefriedigung.

Und wie sieht es aus mit dem Sex zwischen Partnern, die zusammenleben? Auch das berge immer noch ein gewisses Risiko, da einer von ihnen möglicherweise dem Virus ausgesetzt war, wenn er das gemeinsame Zuhause verlassen hat. Die Experten empfahlen in diesem Fall jedoch, dass die Partner keine Masken tragen müssen.

Titelfoto: 123rf.com/Kaspars Grinvalds

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