Unimediziner suchen bei Blutspende nach Corona-Antikörpern

Magdeburg - Die Zahl der Coronavirus-Infektionen hält sich derzeit in Grenzen. Die Forschung zum Virus und dem Umgang damit sowie der Behandlung von Covid-19-Patienten läuft auf Hochtouren - auch in Magdeburg.

Auch in Magdeburg laufen die Forschungen rund um das Corona-Virus auf Hochtouren.
Auch in Magdeburg laufen die Forschungen rund um das Corona-Virus auf Hochtouren.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Universitätsmedizin Magdeburg beteiligt sich mit verschiedenen Projekten an der wissenschaftlichen Erforschung des Coronavirus. Es geht etwa um den Verlauf der Epidemie im nördlichen Sachsen-Anhalt, den Umgang mit dem Virus im Schulalltag und die Gewinnung von Plasma Genesener, um schwer erkrankten Covid-19-Patienten zu helfen, teilte die Unimedizin Magdeburg am Donnerstag mit. Zudem sei sie am Nationalen Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin im Kampf gegen Covid-19 beteiligt. Es erforsche, wie Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgt werden könnten.

Die Wissenschaftler in Magdeburg planen unter anderem eine Corona-Antikörperstudie mit Blutspenderinnen und Blutspendern. Über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren solle bei etwa 2000 Freiwilligen jedes halbe Jahr das Blut auf Antikörper untersucht werden, um die Coronavirus-Verbreitung zu untersuchen, sagte Hans-Gert Heuft, der Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin des Uniklinikums Magdeburg.

Die Blutspender sollten befragt werden zu ihren Lebensumständen, ob sie allein wohnten oder in Großfamilien, ob sie ein Auto nutzen oder den ÖPNV. Die Forscherinnen und Forscher wollten damit Zusammenhänge erkennen. Auch die Bereitschaft zu einer Impfung solle erfragt werden.

Corona-Projekt in Magdeburg: So könnten Schulschließungen verhindert werden

Mit einem neuen Projekt soll zudem ermöglicht werden, die Schließung von Schulen künftig zu vermeiden.
Mit einem neuen Projekt soll zudem ermöglicht werden, die Schließung von Schulen künftig zu vermeiden.  © Caroline Seidel/dpa

Die Vorteile der Blutspender seien deutlich: Bislang seien es je zur Hälfte Frauen und Männer, es gebe eine Altersverteilung, die einer Näherung an die gesunde arbeitsfähige Bevölkerung entspreche. 

Rund zwei Drittel der Blutspender kämen aus Magdeburg, ein Drittel aus dem Umland. Vorteilhaft sei, dass immer wieder der gleiche Personenkreis aus einer Region untersucht werden könne. Heuft sprach von einem Alleinstellungsmerkmal der Studien. So könne der Verlauf der Epidemie anhand des Antikörperstatus verfolgt werden.

Die Unimedizin Magdeburg will zudem den Blick auf die Schulen richten. Bislang seien diese bei einem Corona-Ausbruch geschlossen worden, sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Hans-Jochen Heinze. "Das ist den Kindern und den Eltern nicht mehr zumutbar. Wir verlieren eine ganze Generation."

Gerade werde ein Projekt geprüft, bei dem gemeinsam mit Kollegen aus Regensburg ein Monitoring an Schulen erprobt werden soll. Per Zufall ermittelte Schüler sollten Speichelproben abgeben, die zusammen untersucht würden. Das einzelne Kind könne identifiziert werden, wenn eine Sammelprobe positiv ist. Verbunden mit Apps und anderen technischen Möglichkeiten könne dank dieser Beobachtung die Schließung ganzer Schulen vermieden werden.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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