Stiko noch unsicher: Kann Corona-Impfung für gesunde Kinder gefährlich werden?

Mainz - Der Mainzer Kinder- und Jugendmediziner Fred Zepp, der auch Stiko-Mitglied ist, hat das vorsichtige Verhalten der Ständigen Impfkommission beim Thema Corona-Kinderimpfung verteidigt.

Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Corona-Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.
Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Corona-Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.  © dpa/Christian Charisius

Die Stiko habe den gesetzlichen Auftrag, eine Impfung nur dann zu empfehlen, wenn die Kommission Sicherheit habe über Vorteile und Risiken, sagte der frühere Direktor der Kinderklinik der Mainzer Universitätsmedizin den Fernsehnachrichten SWR Aktuell Rheinland-Pfalz.

"Bei dieser Impfung ist es so, dass wir nur begrenzte Informationen zur Verträglichkeit des Impfstoffs in genau dieser Altersgruppe haben."

Die Stiko hatte eine Corona-Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Es handelt sich jedoch noch nicht um eine finale Stiko-Entscheidung.

Österreich setzt Maskenpflicht aus
Coronavirus Österreich setzt Maskenpflicht aus

Zepp sagte dem SWR dazu weiter, da Kinder mit Vorerkrankungen ein relativ hohes Risiko hätten, an Corona zu erkranken, habe die Stiko sich entschieden, das Risiko der Impfung in diesen Fällen in Kauf zu nehmen.

Sobald weitere Daten aus den USA vorlägen, ist es für Zepp wahrscheinlich, dass die Stiko die Empfehlung auf alle Kinder in der Altersgruppe fünf bis elf Jahre erweitere.

Jugendmediziner Fred Zepp will auf Ergebnisse aus den USA warten

Etwa fünf Millionen Kinder in der fraglichen Altersgruppe hätten in den USA ihre erste Corona-Impfung erhalten. Etwa bis Weihnachten würden diese Kinder ihre zweite Impfung bekommen.

"Wenn wir diese Ergebnisse haben, dann werden wir um den Jahreswechsel herum oder früh im Januar die Impfempfehlung auch entsprechend anpassen können", sagte Zepp.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

Mehr zum Thema Coronavirus: