Mann (†28) verstößt gegen Corona-Regel: Zur Strafe muss er 300 Kniebeugen machen und stirbt

General Trias - Auf den Philippinen ist ein 28 Jahre alter Mann gestorben, nachdem die Polizei ihn gezwungen hatte, 300 Kniebeugen zu machen. Sie bestraften ihn damit, weil er gegen eine Corona-Maßnahme verstoßen hatte.

Laut Human Rights Watch sind auf den Philippinen Strafen für Corona-Verstöße oft "grausam, unmenschlich und erniedrigend". (Symbolbild)
Laut Human Rights Watch sind auf den Philippinen Strafen für Corona-Verstöße oft "grausam, unmenschlich und erniedrigend". (Symbolbild)  © 123rf.com/Anan Kaewkhammul

Der Vorfall passierte bereits am vergangenen Donnerstag. Wie das philippinische Nachrichten-Portal "Rappler" berichtet, wollte Darren Manaog Penaredondo nach 18 Uhr - und damit während der Ausgangssperre - Wasser kaufen.

Prompt schnappten ihn Corona-Wächter in der Nähe von Manila und brachten ihn noch in derselben Nacht auf die Polizeistation der Großstadt General Trias.

Laut "Rappler" habe der Cousin des Opfers, Adrian Luceña, mitgeteilt, dass der 28-jährige Darren am 3. April starb, nachdem er - und zwei andere Häftlinge - am 1. April gezwungen wurden, 300 Kniebeugen zu machen. Waren die Übungen ungleichmäßig, mussten sie wiederholt werden.

Als er am 2. April morgens wieder nach Hause kam, habe er den ganzen Tag nicht normal laufen können. Am Tag darauf krampfte er sich zusammen und verlor schließlich das Bewusstsein. Kurz darauf starb er trotz mehrfacher Wiederbelebungsversuche.

Nachdem der Cousin des Verstorbenen die Situation auf Facebook beschrieben hatte, bestritt die örtliche Polizei jede Bestrafung und versicherte, dass die Inhaftierten nur Verweise erhielten.

Trotzdem kündigte der Bürgermeister von General Trias, Ony Ferrer, Untersuchungen an und betonte, dass "Verletzung und Folter von Personen, die gegen die Beschränkungen verstoßen, nicht Teil der Stadtpolitik sind".

Grausame Strafen bei Corona-Verstößen

Seit Anfang März steigen die Corona-Zahlen in dem südostasiatischen Inselstaat mit 108 Millionen Einwohnern enorm an. Erst am Karfreitag verzeichneten die Philippinen eine Rekordzahl an Neuinfektionen: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden innerhalb von 24 Stunden 15.310 Fälle bestätigt. Es ist die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Dazu wächst die Sorge, dass das Gesundheitssystem bald völlig überlastet sein könnte, weil die Krankenhäuser voll sind.

Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch seien die Strafen für Corona-Verstöße in vielen Fällen "grausam, unmenschlich und erniedrigend". So würden Menschen in Hundekäfige gesteckt oder sollten an einem heißen Tag mittags ohne Schutz in der Sonne stehen.

Insgesamt wurden den Behörden zufolge mehr als 813.000 Fälle gemeldet, rund 13.800 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben (Stand: 8. April, 6 Uhr). Die Philippinen sind zusammen mit Indonesien das am schwersten betroffene Land in Südostasien.

Titelfoto: 123rf.com/Anan Kaewkhammul

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