Martha (94) als erste Thüringerin gegen Corona geimpft: Sie erklärt warum

Zeulenroda-Triebes - Impfstoffe gegen das Coronavirus sollen den Weg aus der Pandemie ebnen. In einem Seniorenheim in Ostthüringen begannen nun die ersten Impfungen. Eine 94-Jährige erklärte, warum sie sich das neue Mittel spritzen ließ.

Martha Nadolph (94) erhält im Seniorenpark Am Birkenwäldchen in Zeulenroda-Triebes als erste Thüringerin die Corona-Impfung.
Martha Nadolph (94) erhält im Seniorenpark Am Birkenwäldchen in Zeulenroda-Triebes als erste Thüringerin die Corona-Impfung.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

Thüringen hat mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. In einem Seniorenheim in Zeulenroda-Triebes (Landkreis Greiz) wurden am Sonntag die 94 Jahre alte Heimbewohnerin Martha Nadolph und anschließend die Heimleiterin Diana Wirth geimpft.

Der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer war einen Tag zuvor in Thüringen angekommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde das Mittel im Freistaat zunächst nur in das Seniorenheim in Zeulenroda-Triebes gebracht. Weitere sollten folgen.

Es handelt sich um den ersten Corona-Impfstoff, der eine Zulassung in der Europäischen Union erhalten hat. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt rund 19 500 Impfdosen nach Thüringen geliefert werden.

Die ersten rund 9750 sind schon da. Weitere Lieferungen werden in den ersten sieben Kalenderwochen des Jahres 2021 erwartet (TAG24 berichtete).

Martha mit klarer Botschaft: Impfen ist richtig und wichtig

"Ich bin als Kind schon mit Impfungen aufgewachsen", sagte die Seniorin.
"Ich bin als Kind schon mit Impfungen aufgewachsen", sagte die Seniorin.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

Die Thüringerin Nadolph sagte in Zeulenroda-Triebes, ihr selbst werde die Impfung in ihrem Alter nicht viel nützen, aber sie bedeute auch eine Hilfe für andere. Deshalb habe sie sich dafür entschieden.

"Ich bin als Kind schon mit Impfungen aufgewachsen", sagte die Seniorin. Dadurch hätten schon in ihrer Kindheit Krankheiten eingedämmt werden können, argumentierte sie. Impfungen seien richtig und wichtig.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (51, Linke) sprach zum Impfstart in Thüringen von einem beeindruckenden und bewegenden Tag. Ein Corona-Impfstoff stehe nun schneller zur Verfügung, als dies im Sommer noch erwartet worden sei.

Werner betonte, dass die Impfungen in Alten- und Pflegeheimen gerade für das Pflegepersonal eine große Hilfe bedeuteten. Denn egal wie sehr man sich mit Masken und Handschuhen schütze - im Pflegealltag komme man sich stets sehr nahe, sagte Werner.

Bereits am Samstag war überraschend eine 101 Jahre alte Frau in Sachsen-Anhalt geimpft worden, obwohl erst einen Tag später am Sonntag bundesweiter Impfstart sein sollte.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

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