Maske verweigert! Klinik schickt Mann mit kaputter Schulter wieder nach Hause

Olten - In der Schweiz hat ein Krankenhaus die Behandlung eines Patienten (60) verweigert, weil er seine Mund-Nase-Maske nicht aufsetzen wollte. Der Mann blieb stur, die Klinik auch.

Keine Maske, keine Behandlung, so die Entscheidung eines Krankenhauses in der Schweiz. (Symbolbild)
Keine Maske, keine Behandlung, so die Entscheidung eines Krankenhauses in der Schweiz. (Symbolbild)  © 123rf.com/Aekkarak Thongjiew

Wie die "Solothurner Zeitung" berichtet, kam der Mann am Montag ins Kantonsspital Olten, um sich untersuchen zu lassen: er hatte Schmerzen in der Schulter, die er sich offenbar schon vor Monaten bei einem Fußballspiel zugezogen hatte.

Weil er ein Attest vorlegte, dass er keine Hygienemaske tragen braucht, wollte er sie während des Termins auch nicht benutzen. Er beteuerte, dass er aus medizinischen Gründen keine tragen könnte.

Gegenüber dem Schweizer Portal "20 Minuten" sagte er: "Ich habe keine Lungenkrankheit, aber Atembeschwerden, wenn ich eine Maske trage." Aus diesem Grund habe er vom Hausarzt die Bescheinigung bekommen.

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Doch auch in der Schweiz sind die Corona-Zahlen anhaltend hoch. Deshalb behandle das Spital in Olten nur dann, wenn ein Patient eine Maske trägt - und ließ den 60-Jährigen abblitzen.

Wütend und ohne verarztet worden zu sein, ging er wieder nach Hause und machte seinem Ärger bei Facebook Luft, wo das Thema eine hitzige Diskussion auslöste. Viele User gaben der medizinischen Einrichtung Recht und stellten sich auf ihre Seite.

In einer Erklärung des betreffenden Arztes hieß es: "Da Sie sich weigern eine Maske aufzusetzen, lehne ich persönlich eine Sprechstundenkonsultation ab", begründete der Mediziner seine Entscheidung. Das Attest wollte er nicht anerkennen.

Hygienemasken beeinträchtigen nicht die Atmung

Gegenüber der "Solothurner Zeitung" bestätigte die Einrichtung ihren Beschluss, "dass externe Zeugnisse betreffend einer Maskendispens (Maskenbefreiung, Anm.d.Red.) keine Gültigkeit hätten. Dies, weil nach neusten Untersuchungen das Tragen einer Hygienemaske die Atmung und die Sauerstoffaufnahme nicht beeinträchtigen würden."

Ausnahmen würden nur im Fall "einer psychischen Störung oder bei hoher Dringlichkeit" gemacht werden. Beides treffe bei dem 60-Jährigen nicht zu. Der hatte seinerseits noch dargelegt, "kein Coronaskeptiker oder Maskenverweigerer" zu sein. Er habe lediglich einen Arzt gebraucht, der ihn auch ohne Maske behandeln würde.

Lukas Widmer vom Rechtsdienst des Gesundheitsamtes sagte dazu, dass die Krankenhäuser "den privaten Praxen in gewissen Bereichen gleichgestellt seien und dürften gemäß Bundesamt für Gesundheit auch strengere Schutzmaßnahmen vorsehen als die Behörden." Das heißt, die Kliniken in der Schweiz "sind offenbar dazu befugt, schärfere Maßnahmen umzusetzen, als der Bund verlangt."

Eine Ausnahme müsste es allerdings in Notfallsituationen geben. In dem Fall dürfte ein Patient mit einer Befreiung vom Tragen einer Maske nicht abgelehnt werden.

Titelfoto: 123rf.com/Aekkarak Thongjiew

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