Thüringen: Hälfte der Corona-Infizierten in einem Ort ohne Antikörper

Neustadt/Jena - Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig lassen sich bei rund der Hälfte der mit dem Coronavirus Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Dies hat eine seit Mai laufende Studie des Universitätsklinikums Jena ergeben. 

Die Hälfte der getesteten Personen entwickelte keine Antikörper auf das Virus (Symbolbild).
Die Hälfte der getesteten Personen entwickelte keine Antikörper auf das Virus (Symbolbild).  © Friso Gentsch/dpa

Für die Studie waren nach früheren Angaben des Klinikums 626 der 900 Einwohner getestet worden. Dabei suchten die Wissenschaftler um den Jenaer Infektiologen Mathias Pletz mit sechs verschiedenen Tests nach Antikörpern gesucht hatten.

Das Ergebnis von Neustadt ist für Pelz überraschend und wirft Fragen auf. Durch die Studie ist unklar, ob fehlende Antikörper im Blut letztlich mit fehlender Immunität gleichzusetzen sind. 

Somit ist es wohl möglich, dass sich eine von Corona genesene Person wieder mit dem Virus anstecken kann.  Bei den Studienteilnehmern, die trotz Infektion keine Antikörper gebildet haben, soll nun nach anderen Abwehrzellen im Körper gesucht werden.

Die Jenaer Studie reiht sich damit in verschiedene Untersuchungen in Deutschland, in denen die Bildung von Antikörpern nach einer Infektion geprüft wird.

Neustadt war im März wegen zu vielen Corona-Infektionen als bislang einziger Ort in Thüringen für zwei Wochen komplett abgeriegelt gewesen. Zwei Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion. 

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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