Mit der Corona-Streife durch die Dresdner Innenstadt

Dresden - Seit Montag gelten die verschärften Ausgangsregelungen für Sachsen. Doch wer überprüft eigentlich deren Einhaltung? 

Sophie (27) und Carsten (40) starteten am Dienstag ihre Streife auf der Prager Straße.
Sophie (27) und Carsten (40) starteten am Dienstag ihre Streife auf der Prager Straße.  © Norbert Neumann

Neben dem Ordnungsamt auch die Polizei. Im Bereich der Dresdner Direktion hat sie ihre Präsenz auf den Straßen erhöht. Und obwohl bis zu zwei Jahren Haft oder 25.000 Euro Strafe drohen, haben Beamte dabei bereits Dutzende Verstöße festgestellt - die bislang aber noch mit einem warnenden "Du, du!" abgemahnt wurden. TAG24 hat eine der Corona-Streifen durchs Zentrum der Landeshauptstadt begleitet.

Die Polizisten Sophie (27) und Carsten (40) bestreifen am späten Nachmittag die Prager Straße. 

Es sind Menschen unterwegs, aber höchstens zu zweit. "Die meisten Menschen halten sich jetzt an die Allgemeinverfügung", sagt Sophie. "Es ist deutlich besser als vergangene Woche", sagt ihr Kollege Carsten. 

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Der Schwerpunkt der Streifen liegt auf Menschenansammlungen, geöffneten Läden und Gaststätten sowie Kinderspielplätzen, die eigentlich gesperrt sind. Wenn sie Leute ansprechen müssen, zeigen diese sich meist einsichtig. 

Nur einmal regte sich ein Mann auf einem Sportplatz auf, weil die Gruppe sich beim Basketballspiel gestört fühlte. "Wir haben mit ihm geredet, dann war es in Ordnung", so Sophie. 

"Es ist ein tiefer Einschnitt in das Leben jedes Einzelnen, da muss man sensibel vorgehen", sagt Carsten. 

Auch Geschäfte und Gaststätten sind im Visier der Ordnungshüter.
Auch Geschäfte und Gaststätten sind im Visier der Ordnungshüter.  © Norbert Neumann

Die beiden setzen ihre Streife mit einem Blick an das noch sonnige Elbufer an der Bühne der Filmnächte fort. Der ein oder andere grüßt die Ordnungshüter freundlich. Jogger, Radler und Eltern mit Kindern halten sich an die Verordnungen.

Bislang konnten fast alle Fälle mit Verweis auf die bestehenden Allgemeinverfügungen kommunikativ gelöst werden. Dennoch gilt grundsätzlich: "Bei Verstoß gegen die Allgemeinverfügung liegt eine Straftat im Raum", so Polizeisprecher Marko Laske (45).

Die Schwerpunktzeit der Corona-Streifen liegt im Bereich der Polizeidirektion Dresden zwischen 18 und 22 Uhr. "Dahingehend werden in diesem Zeitraum gezielt Beamte eingesetzt", so der Polizeisprecher. Unterstützt werden die Polizisten jetzt auch von der Bereitschaftspolizei. Gestern war erstmalig die Reiterstaffel in der Stadt unterwegs.

Mehr Arbeit hatten die Kollegen in Oberwiesenthal. Dort wurden eine 23-Jährige und ein 68-Jähriger aus Altenburg sowie ein 21-jähriger Skifahrer aus Markneukirchen mit Platzverweisen nach Hause geschickt. In Zschorlau (Erzgebirgskreis) wiederum löste die Polizei eine Menschenmenge vor einem Supermarkt auf. 20 Personen verschiedener Nationalitäten hatten sich dort versammelt. Mithilfe eines Dolmetschers gelang schließlich die Auflösung. Privatpartys gab es zudem in Chemnitz und Brand-Erbisdorf. Ein 20-Jähriger ging in Gewahrsam, weil er einem Platzverweis nicht nachkam.

Übrigens: Sachsenweit stellte die Polizei bislang 83 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest, 224-mal mussten die Beamten eingreifen. 

Foto Polizisten von hinten:
Die Menschen halten sich größtenteils an die Allgemeinverfügung.
Foto Polizisten von hinten: Die Menschen halten sich größtenteils an die Allgemeinverfügung.  © Norbert Neumann

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Titelfoto: Norbert Neumann

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