Mittel gegen Corona: Studie zu Wirkstoff Remdevisir macht Forschern Hoffnung

Köln/Washington - Wissenschaftler der Uniklinik Köln setzen bei der Bekämpfung des Coronavirus auf den Wirkstoff Remdesivir und haben jetzt Hoffnung, dass der Wirkstoff erfolgversprechend sein könnte.

Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir.
Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

"Es spricht im Moment vieles sehr stark dafür, dass wir tatsächlich ein Mittel haben werden, das wirksam gegen das Coronavirus ist", sagte der Infektiologe Gerd Fätkenheuer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Mittwochabend.

Dieser Aussage vorausgegangen war eine internationale Studie mit 1000 Patienten.

Erste Ergebnisse der klinischen Studie zum Wirkstoff Remdesivir bei der Behandlung von Covid-19-Patienten sind einem ranghohen US-Experten zufolge sehr positiv zu bewerten. 

Remdesivir habe eine "signifikante positive Wirkung bei der Verringerung der Zeit bis zur Genesung" gezeigt, sagte Fauci, der Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA ist. 

Die internationale klinische Studie mit mehr als 1000 Teilnehmern wurde mit Kontrollgruppen durchgeführt und die Datenerhebung von unabhängigen Experten begleitet, wie er weiter erklärte.

Die Resultate müssten noch unabhängig geprüft und veröffentlicht werden, die Hinweise auf eine deutlich kürzere Krankheitsdauer seien aber vielversprechend, sagte am Mittwoch der Immunologe Anthony Fauci, ein Berater von US-Präsident Donald Trump.

Studienteilnehmer wurden mit Remdesivir schneller gesund

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA.
Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA.  © Alex Brandon/AP/dpa

Patienten, die in Krankenhäusern an der Lungenkrankheit Covid-19 litten und Remdesivir bekamen, waren laut Fauci nach durchschnittlich 11 Tagen wieder genesen, die Patienten der Kontrollgruppe erst nach 15 Tagen. 

Damit seien jedoch nicht alle Probleme gelöst, sagte Fauci während eines Treffens im Büro von Präsident Trump weiter. 

Auch die Sterblichkeitsrate sei etwas geringer gewesen, dieses Ergebnis sei aber bislang nicht statistisch signifikant.

Die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sei derzeit in Gesprächen mit dem Arzneimittelhersteller Gilead, um Remdesivir rasch für Patienten in Krankenhäusern verfügbar zu machen, sagte Fauci. 

Eine formelle Zulassung des Medikaments würde jedoch noch wesentlich länger dauern und weitere Studien erfordern. 

Das ursprünglich gegen das Ebolavirus entwickelte Medikament ist bislang weltweit noch nirgendwo zugelassen. 

Das Biotech-Unternehmen Gilead erklärte in einer Pressemitteilung, man sei sich der "positiven Daten" aus der klinischen Studie bewusst, die Kommunikation liege aber beim NIAID. Die Nachrichten zu Remdesivir beflügelten am Mittwoch die Börsen.

Titelfoto: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0