"Wie soll man da planen?": Tschentscher reagiert sauer auf Spahns neue Corona-Panne

Hamburg - Zoff um Impfstoff! Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) und das CDU-geführte Bundesgesundheitsministerium sind am Samstag auf Twitter aneinandergeraten.

Peter Tschentscher (55, SPD) ist sauer über den neuen Impfstoffengpass.
Peter Tschentscher (55, SPD) ist sauer über den neuen Impfstoffengpass.  © Christian Charisius/dpa

Am Nachmittag schrieb der 55-Jährige, dass das Bundeskanzleramt Probleme beim US-amerikanischen Arzneimittelhersteller Moderna mitgeteilt habe.

Demnach würden zugesagte Lieferungen des Impfstoffs gegen das Coronavirus reduziert. Um welche Mengen es geht, ließ der SPD-Politiker offen.

Am Freitagabend hatte Moderna vorübergehende Lieferengpässe eingeräumt. Details nannte das Unternehmen nicht. Laut italienischer Regierung sollen es 20 Prozent weniger sein.

"Wie soll man da die Impfungen planen?", fragte Tschentscher.

Auf die Frage reagierte etwas später das Bundesgesundheitsministerium mit einem Tweet.

"Bis zum 22.02. werden BioNTech und AstraZeneca den Ländern 1.747.000 Impfdosen mehr als bisher eingeplant liefern. Damit werden von Moderna angekündigte vorübergehende Engpässe (-43.200 Dosen) mehr als ausgeglichen", schrieb das Ministerium zur Einordnung.

Tschentscher legte nach: "Was bedeutet 'Engpässe' bei Moderna? Bleibt es bei den zugesagten 670.000 Impfdosen in der 8. Kalenderwoche?"

Tweets von Peter Tschentscher zum Impfstoff-Engpass

Kann der Impfgipfel Klarheit bringen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) lädt zum Impfgipfel.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) lädt zum Impfgipfel.  © Fabian Sommer/dpa

Anscheinend wurden dem Hamburger Regierungschef bislang keine Details zu dem Impfstoff-Problem mitgeteilt.

Dass der Politiker Fragen und Kritik auf Twitter öffentlich macht, ist ungewöhnlich.

Das lässt darauf deuten, dass der Sozialdemokrat sauer ist. So liest sich auch sein folgender Tweet zu dem Thema.

"Man kann die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller zwischen 1. und 2. Impfung nicht wechseln", schrieb Tschentscher, der vor seiner politischen Karriere jahrelang als Arzt gearbeitet hat.

Dann richtete er eine klare Forderung in Richtung Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) und Impfstoff-Produzenten.

"Auf dem Impfgipfel am kommenden Montag brauchen wir verlässliche Aussagen der Hersteller zu Liefermengen und Terminen."

Zuletzt gab es daran große Zweifel. Sowohl Biontech/Pfizer als auch AstraZeneca können Lieferzusagen nicht einhalten. Deswegen geriet die Impfkampagne deutlich ins Stocken.

Titelfoto: Montage: Fabian Sommer/dpa, Christian Charisius/dpa

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