MP Kretschmer schließt vorweihnachtlichen Lockdown in Sachsen nicht mehr aus

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus.

Michael Kretschmer (46, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, möchte Diskussionen führen, wenn es in der kommenden Woche keinen positiven Effekt gibt.
Michael Kretschmer (46, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, möchte Diskussionen führen, wenn es in der kommenden Woche keinen positiven Effekt gibt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten", sagte der CDU-Politiker der Sächsischen Zeitung (Donnerstag).

Wenn es in der kommenden Woche nicht einen positiven Effekt gebe, "müssen wir diese Diskussion führen".

Kretschmer geht zudem davon aus, dass die Betten-Auslastung mit Covid-19-Patienten in den nächsten Wochen dramatisch steigen werde.

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"Wir bereiten jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. Noch gibt es diese Möglichkeit. Das werden wir nutzen, auch um Vorsorge zu betreiben. Die laufende Entwicklung können wir kaum noch beeinflussen."

Zudem sieht der Ministerpräsident die langen Warteschlangen vor den Impfstellen mit Sorge.

"Auch für mich sind das furchtbare Bilder, die mich sehr ärgern. Im Gesundheitsministerium wird sehr hart daran gearbeitet, die Situation zu verbessern".

Es würden Gespräche mit der Ärzteschaft geführt. "Vom Präsidenten der Kassenärztlichen Vereinigung habe ich die Zusage bekommen, dass sie zwischen hundert- und zweihunderttausend Impfungen pro Woche möglich machen wollen".

Dies könnte schon in dieser Woche beginnen.

Ministerpräsident Kretschmer steht Impfpflicht skeptisch gegenüber

Eine generelle Impfpflicht sieht Kretschmer skeptisch.
Eine generelle Impfpflicht sieht Kretschmer skeptisch.  © Sebastian Gollnow/dpa

Eine generelle Impfpflicht sieht Kretschmer dagegen skeptisch.

"Ich persönlich bin in meinem Erleben eher immer derjenige gewesen, der nicht mit Zwang agiert, sondern mit Überzeugung und mit Erkenntnis."

Ob es bundespolitisch anders entschieden werde, sodass es möglicherweise eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen gebe, bleibe abzuwarten.

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"Aber ich glaube, es ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft und dafür, dass wir auch nach dieser Pandemie das Vertrauen ineinander haben, besser, wenn wir vor allen Dingen fürs Impfen werben und die Menschen es aus eigener Überzeugung tun."

Sachsen ist seit Wochen der bundesweite Hotspot in der Corona-Pandemie. Am Donnerstag stieg der Inzidenzwert erstmals über 1000.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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