Bis Ostern: Bayern sagt alle Konzerte, Theater und Sportveranstaltungen wegen Coronavirus ab

München - Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. 

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, desinfizieren sich vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts die Hände. 
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, desinfizieren sich vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts die Hände.  © Sven Hoppe/dpa

Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen empfiehlt die Staatsregierung die Absage, jeweils nach Rücksprache mit den Behörden, wie die Deutsche Presse-Agentur in München am Rande einer Kabinettssitzung am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr. 

Details dazu sollen im Anschluss an die Sitzung gegen 13.00 Uhr bei einer Pressekonferenz mitgeteilt werden. Daran sollen Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) teilnehmen.

Neben Konzerten geht es beispielsweise um Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele in den Bundesligen oder der Champions League. 

In der Nacht auf Montag hatte sich die große Koalition in Berlin bereits auf umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Wirtschaft gegen Folgen durch die Coronavirus-Ausbreitung geeinigt. Union und SPD beschlossen unter anderem eine deutliche Senkung der Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld. 

Arbeitgeber sollen anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen. Die große Koalition will zudem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren.

Update 13.18 Uhr: Staatliche Theater, Konzertsäle und Opern bis 19. April zu

Ein Spender für Desinfektionsmittel steht vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts vor dem Sitzungssaal. 
Ein Spender für Desinfektionsmittel steht vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts vor dem Sitzungssaal.  © Sven Hoppe/dpa

Das Gesundheitsministerium wurde beauftragt, solche Großveranstaltungen bis zum Ende der Osterferien zu untersagen, teilte die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, das betreffe auch alle sportlichen Großveranstaltungen.

Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen sollen die Behörden eine Risikobewertung vornehmen. "Im Zweifel lieber absagen", sagte Söder. Bei Veranstaltungen unter 500 Personen soll es weiterhin die Entscheidungen jedes einzelnen sein, ob diese durchgeführt oder besucht werden.

Der Freistaat selbst schließt von diesem Mittwoch (11. März) an bis zum 19. April alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an den Kunst- und Musikhochschulen wird der Beginn der Vorlesungszeiten auf den 20. April verschoben.

Generelle Schulschließungen wird es nach Worten Söders in Bayern aber aktuell nicht geben. Es bleibe hier beim bisherigen Vorgehen, sagte er. Derzeit hätten 52 Schulen geschlossen, berichtete er.

Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonten, man wolle das öffentliche Leben nicht lahmlegen. Auch die bayerischen Kommunalwahlen an diesem Sonntag sollen wie geplant stattfinden.

Söder betonte: "Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber zu sehr ernsthafter Sorge." Man wolle nicht "überdrehen", aber die Herausforderung keinesfalls unterschätzen. Man hoffe auf das Beste, stelle sich aber auf Schlimmeres ein. 

"Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe", fügte Söder hinzu, es gebe aber Anlass für "vollste Konzentration".

Von dem Verbot betroffen wären auch Bundesligen oder der Champions League in der Münchner Allianz Arena. 
Von dem Verbot betroffen wären auch Bundesligen oder der Champions League in der Münchner Allianz Arena.  © Sven Hoppe/dpa

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