"Mund auf, ich komme!": Frauen berichten über sexistische Erfahrungen in Corona-Testzentren

Berlin - Diese Sprüche gehen weit unter die Gürtellinie! Die Berliner Journalistin Franka Frei (25) hat aufgedeckt, was sich unzählige Frauen in Corona-Teststellen anhören müssen.

Journalistin Franka Frei (25) echauffiert sich auf Instagram über sexistische Kommentare in Corona-Teststellen.
Journalistin Franka Frei (25) echauffiert sich auf Instagram über sexistische Kommentare in Corona-Teststellen.  © Instagram/frankafrei

In ihrer Instagram-Story wollte die 25-Jährige von ihren Followerinnen wissen, ob diese bereits übergriffige Kommentare in Testzentren zu hören bekommen hätten. Seitdem werde sie nahezu mit Nachrichten und Geschichten überschüttet, so die gebürtige Österreicherin.

"Offenbar fühlen sich viele Frauen* in Teststationen nicht wohl – und zwar nicht wegen des Virus, sondern wegen bescheuerten Sprüchen wie 'Mund auf ich komme' oder 'schön eng', die sich einige Menschen mit Stäbchen in der Hand und Maske vorm Gesicht einfach nicht verkneifen konnten", ärgert sie sich.

Dazu stellt Franka Frei Screenshots diverser Nachrichten. "Da fahr ich gern in alle Löcher", soll ein Teststellen-Mitarbeiter demnach zu einer zu Testenden gesagt haben. "Na, welches Loch war angenehmer?" oder "Den Würgereiz hast Du aber gut trainiert", bekamen andere Frauen zu hören.

Franka Frei wütend auf Instagram: "Teststationen sind kein Ort für übergriffige Comedy"

Unfassbar, was sich einige Frauen in Testzentren bereits anhören mussten (Symbolbild).
Unfassbar, was sich einige Frauen in Testzentren bereits anhören mussten (Symbolbild).  © dpa/ZB/Jens Büttner

Vermeintliche Witze, welche am Ende nur eines sind: unangebracht. Doch was tun, wenn einem ein solcher ungefragt entgegengeschleudert wird. Oder in Frankas Worten: "Teststationen sind keine Orte für übergriffige Comedy oder gar Flirtverhalten."

"Es gibt die Möglichkeit, solche Fälle zu melden", klärt Franka Frei auf. "Entweder direkt vor Ort oder später telefonisch/per Mail, z. B. bei dem betreibenden Testzentrum, Apotheke etc. oder auch direkt beim zuständigen Gesundheitsamt."

Abschließend stellt sie klar: "Niemand muss sich Belästigung gefallen lassen. Ganz egal wo. Und erst recht nicht an einem Ort, an dem man maximal ausgeliefert ist und auch noch die Daten am Eingang abgibt."

Titelfoto: Instagram/frankafrei, dpa/zb/Jens Büttner

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