Nach Bolsonaro: Weitere lateinamerikanische Politiker mit Coronavirus infiziert

La Paz - Nach der bolivianischen Interimspräsidentin Jeanine Áñez hat sich auch der Wirtschaftsminister des südamerikanischen Landes mit dem Coronavirus angesteckt - als bereits vierter Minister des Andenstaates in diesem Monat.

Jeanine Anez (53), Interimspräsidentin von Bolivien, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Jeanine Anez (53), Interimspräsidentin von Bolivien, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Natacha Pisarenko/AP/dpa

Er gebe die Führung des Ressorts vorübergehend ab, während er sich zur Beobachtung in einem Krankenhaus aufhalte, erklärte Oscar Ortiz am Sonntag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. 

Es gehe ihm aber gut. Vor ihm war unter anderem bei Gesundheitsministerin Eidy Roca eine Infektion mit dem Virus bekannt geworden. 

Auch die Senatspräsidentin Eva Copa steckte sich nach eigenen Angaben an.

Erst am Donnerstag hatte Áñez ihr positives Testergebnis bekanntgegeben und angekündigt, sich für zwei Wochen in Quarantäne zu begeben und von zu Hause aus die Regierungsgeschäfte weiter auszuführen. 

Die frühere Senatorin war im vergangenen Jahr an die Staatsspitze gerückt, nachdem der ehemalige Präsident Evo Morales nach seiner umstrittenen Wiederwahl auf Druck des Militärs zurückgetreten und ins Exil geflohen war. 

Am 6. September soll es Neuwahlen geben.

Lateinamerika gehört zu Brennpunkten der globalen Corona-Pandemie

Auch Oscar Ortiz (50), Wirtschaftsminister in Bolivien, hat sich mit Corona angesteckt.
Auch Oscar Ortiz (50), Wirtschaftsminister in Bolivien, hat sich mit Corona angesteckt.  © Diego Valero/ABI/dpa

Nach dem Brasilianer Jair Bolsonaro und dem honduranischen Staats- und Regierungschef Juan Orlando Hernández ist Áñez als drittes Staatsoberhaupt in Lateinamerika positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Hernández verbrachte gut zwei Wochen in einem Krankenhaus.

Zuletzt infizierten sich auch in Venezuela mehrere führende Politiker, darunter der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami.

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Corona-Pandemie.

Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140 000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

Titelfoto: Diego Valero/ABI/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0