Nach Trump-Ansprache: Ehepaar schluckt tödliches Hausmittel gegen Coronavirus

Phoenix (USA) - Ein Paar (etwa 60 Jahre alt) aus Phoenix versuchte mit einer gefährlichen und unbedachten Art der Selbstmedikation gegen den tödlichen Coronavirus anzukämpfen. Tragischerweise mit schlimmen Folgen.

Donald Trump (73).
Donald Trump (73).  © dpa/AP/Alex Brandon

Wie der Nachrichtensender "CNN" berichtete, endete das gefährliche Experiment für den Mann tödlich. Seine Frau liege zurzeit im Krankenhaus. Ihr Zustand sei noch immer kritisch.

Der Grund: Sie hatten Chloroquin geschluckt in der Hoffnung, es würde vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus helfen. Allerdings schluckte das Paar nicht die medizinische Form, wie von Präsident Donald Trump in einer seiner Ansprachen und auf Twitter als hilfreich angepriesen, sondern eine, die zum Reinigen von Aquarien gedacht ist, so das "Banner Health" in einer Erklärung. 

Das vermeintliche Medikament, das eigentlich gegen Malaria eingesetzt wird, hatten sie zur Vorsorge genommen, so die Frau gegenüber "NBC News". 

"Ich hatte die Substanz im Haus, weil ich früher Koi-Fische hatte", erzählte sie "NBC News". 

"Ich sah es auf dem hinteren Regalboden stehen und dachte: 'Hey, ist das nicht das Zeug, über das sie im Fernsehen reden?'"

Ein dramatischer Fehler!

Dass Medikamente auch gegen andere Krankheiten eingesetzt werden können, als ursprünglich gedacht, ist erstmal nicht ungewöhnlich. Allerdings sollte man das nicht ohne ärztliche Zustimmung versuchen. Sonst kann das, selbst wenn man die Substanzen nicht verwechselt, gefährlich enden. 

"Angesichts der Ungewissheit um Covid-19 verstehen wir, dass die Menschen versuchen, neue Wege zur Vorbeugung oder Behandlung dieses Virus zu finden", so Dr. Daniel Brooks, medizinischer Direktor des "Banner Poison and Drug Information Centers" (Giftnotruf der USA) in einer Erklärung. "Aber Selbstmedikation ist nicht der richtige Weg, um dies zu tun."

Der Mediziner Dr. Anthony Fauci vermutet zwar tatsächlich, dass das von Trump empfohlene (Hydroxy)Chloroquin,  gemeinsam mit Azithromycin eingenommen, gegen den Virus eingesetzt werden könne, aber das müsse zunächst hinreichend getestet werden. 

Bisher ist das Malaria-Mittel von der "Food and Drug Administration" nicht als Medikament gegen Covid-19 zugelassen worden!

"Das Letzte, was wir im Augenblick wollen, ist unsere Notfallabteilungen mit Patienten zu überfluten, die glauben, eine vage und riskante Lösung gefunden zu haben, die ihre Gesundheit potenziell gefährden könnte", so Brooks.

Vielleicht sollte sich der Präsident in medizinischen Fragen künftig besser mit seinen Beratern absprechen und zurückhalten, bevor er wage Forschungsergebnisse in die Welt trägt, die, wie in diesem Fall, tödlich enden können.

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Titelfoto: dpa/AP/Alex Brandon

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