Nach Merkels Corona-Gipfel: Das sind die neuen Verschärfungen

Berlin - Der Sommer war eine Atempause in diesem Corona-Jahr: Die Fallzahlen waren niedrig, es ging bergauf. Doch mit dem Herbst klettern die Zahlen immer schneller, jetzt sogar auf einen Rekordwert. Die Politik stemmt sich mit neuen Auflagen dagegen - und warnt selbst, es könnte nicht ausreichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU), kommt zur Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU), kommt zur Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Mit härteren Corona-Auflagen hoffen Bund und Länder den rasanten Anstieg der Infektionszahlen insbesondere in deutschen Risikoregionen einzudämmen. 

Zugleich stellte Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) nach ihrem Treffen mit den Ministerpräsidenten am Mittwochabend mögliche weitere Verschärfungen in Aussicht. 

"Wir reden von Kontaktbeschränkungen", sagte Merkel dazu. Man müsse jetzt sehen, ob etwa die Sperrstunde 23 Uhr richtig sei, oder ob man sie bei 22 Uhr machen müsse. "Da muss da nachgeschärft werden."

Bund und Länder hatten sich bereits darauf geeinigt, die Schwelle für strengere Maßnahmen in deutschen Corona-Hochburgen zu senken. Diese sollen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen greifen statt bisher bei 50. So soll dort die Maskenpflicht ausgeweitet werden, die Gästezahl bei privaten Feiern weiter begrenzt und eine Sperrstunde für die Gastronomie eingeführt werden.

Konkret vereinbarten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten:

MASKENPFLICHT

In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Ein Schild mit der Aufschrift "Maskenpflicht - Cover your mouth and nose! - 09 - 23h" weist in der Innenstadt von München auf die Maskenpflicht zwischen 9 Uhr morgens und 23 Uhr abends hin.
Ein Schild mit der Aufschrift "Maskenpflicht - Cover your mouth and nose! - 09 - 23h" weist in der Innenstadt von München auf die Maskenpflicht zwischen 9 Uhr morgens und 23 Uhr abends hin.  © Matthias Balk/dpa

PRIVATE FEIERN

In Regionen mit einem Wert über 35 Neuinfektionen soll es eine Begrenzung von 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum geben. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sollen private Feiern auf maximal zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf höchstens zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Hausständen im privaten Raum begrenzt werden.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN

Übersteigen die Neuinfektionen den 50er Wert dürfen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, wird dies auf bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände verringert.

SPERRSTUNDE

Ebenfalls bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll eine Sperrstunde um 23 Uhr für die Gastronomie verhängt werden. Bars und Clubs sollen geschlossen werden.

Vor einer Bar im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Stühle übereinander gestapelt. Wegen der Corona-Pandemie gelten eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.
Vor einer Bar im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Stühle übereinander gestapelt. Wegen der Corona-Pandemie gelten eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.  © Christophe Gateau/dpa

VERANSTALTUNGEN

Wird der 50er Wert überschritten, wird die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen auf 100 Personen begrenzt. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.

BEHERBERGUNGSVERBOTE

Die Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten waren vor den Beratungen am umstrittensten. Bund und Länder fanden auch im Kanzleramt keine Einigung und vertagten das Thema erst einmal bis zum 8. November. Bis dahin soll diese Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa , Christophe Gateau/dpa

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