Nachfrage bereits vor Freigabe von Impf-Terminen bei Hausärzten sehr hoch

Stuttgart - Vor dem Start der offenen Corona-Impfkampagne bei den Hausärzten ist das Interesse an Terminen für die von vielen ersehnte Spritze nach Einschätzung des Landesverbands der Mediziner bereits sehr groß.

Es gebe gegenüber Astrazeneca erhebliche Vorbehalte. (Symbolbild)
Es gebe gegenüber Astrazeneca erhebliche Vorbehalte. (Symbolbild)  © Andreas Arnold/dpa

"Die Leute sind pandemiemüde, sie wollen diesen nächsten Schritt", sagte Verbandssprecher Manfred King am Mittwoch auf Anfrage. Allerdings sei der zeitraubende Diskussionsbedarf in den Praxen angesichts der Sorgen vor dem Wirkstoff Astrazeneca gewaltig.

Gegen das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gern damit impfen lassen würden, aber in der Impfreihenfolge bisher noch nicht dran waren.

Das Problem werde letztlich aber nicht die Frage sein, ob Astrazeneca oder Biontech in die Spritzen aufgezogen werde, sagte King. "Es muss erstmal genug Impfstoff da sein. Aber in der Regel haben die Hausärzte bislang nicht das bekommen, was sie erwartet haben."

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Landessozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte den Bund wiederholt aufgefordert, mehr Impfdosen zur Verfügung zu stellen. Der Hausärzteverband hatte sich dem angeschlossen.

Vom kommenden Montag an soll die Impfstoff-Priorisierung bei niedergelassenen Ärzten für alle Impfstoffe aufgehoben werden. Ärzte können dann nach eigenem Ermessen entscheiden, welche Patienten besonders dringend mit einem Corona-Vakzin geimpft werden müssen. Sie müssen sich nicht mehr an die vom Land vorgegebene Reihenfolge halten. Die Mediziner hätten ihre Patienten aber im Blick, sagte King.

"Sie kennen die Leute am besten und wissen Bescheid, wen sie impfen", sagte der Sprecher, dessen Verband in Baden-Württemberg rund 4100 Hausärzte vertritt. Viele von ihnen vergeben laut King keine Termine an fremde Interessenten.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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