Neue Corona-Verordnung: Experten warnen vor schnellen Lockerungen

Dresden - Die Zeichen sind eindeutig: Das sächsische Kabinett wird am Freitag bei der Festlegung der Eckpunkte für die nächste Corona-Verordnung erneut strenge Maßstäbe anlegen. Wirtschaft, Sport und Kultur drängen indes auf Lockerungen. Worauf muss sich Sachsen wirklich einstellen?

Vorsichtig - die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).
Vorsichtig - die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).  © Steffen Füssel

Die Krankenhäuser im Freistaat sind noch immer überlastet und die nächste Infektionswelle durch die Corona-Variante Omikron steht unmittelbar bevor.

Prof. Christoph Josten vom Uni-Klinikum Leipzig warnt ausdrücklich vor Lockerungen.

Der Druck ist groß: "Einen Gleichklang mit den anderen Bundesländern" und damit eine Öffnung der Branchen, die nur in Sachsen geschlossen sind, hatte etwa die Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) Veronika Hiebl (51) gefordert.

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Öffnungen will auch Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU), nicht nur im Tourismus, auch in der Kultur. Dazu wollte sich Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD), die für die nächste Corona-Verordnung zuständig ist, jedoch noch nicht äußern.

Das zeigt, wie heftig hinter den Kulissen um mögliche Lockerungen gerungen wird.

Festzustehen scheint bisher nur, dass es Änderungen bei den Einschränkungen des Demonstrationsrechts geben wird.

Vorentscheidung wird Freitagnachmittag fallen

Fordernd - Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU).
Fordernd - Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU).  © DPA/Robert Michael

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) plädiert zudem für eine Hotspot-Regelung, die so etwas wie lokale Lockdowns bei einem Hochinzidenz-Geschehen möglich macht.

Die Gesundheitsministerin deutete an, dass schrittweise Öffnungen möglich seien, sobald die Überlastungsstufe (1300 Corona-Patienten auf Normal-, 420 auf Intensivstationen) unterschritten sei. Sie warnte aber davor, dass die Lockerungen sehr schnell wieder zurückgenommen werden könnten, sobald das Infektionsgeschehen anziehe.

Eine Vorentscheidung fällt Freitagnachmittag. Bis dahin ist nicht alles, aber vieles offen.

Besorgt - Prof. Dr. Christoph Josten (67) von der Uni-Klinik Leipzig.
Besorgt - Prof. Dr. Christoph Josten (67) von der Uni-Klinik Leipzig.  © Kristin Schmidt

Bis Ende nächster Woche gilt wegen der Verlängerung der aktuellen Corona-Verordnung ohnehin noch der Status quo.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel & dpa/Robert Michael & Kristin Schmidt

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