Neue Umfrage: Spaltet die geplante Corona-Impfpflicht unsere Gesellschaft?

Berlin - Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland ist der Meinung, dass die geplante Corona-Impfpflicht zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt.

Kleiner Piks mit großer Wirkung: Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die Impfpflicht das Land noch mehr spalten würde.
Kleiner Piks mit großer Wirkung: Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die Impfpflicht das Land noch mehr spalten würde.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertreten 62 Prozent der Befragten diese Auffassung.

26 Prozent sehen die Gefahr einer weiteren Spaltung dagegen nicht, 12 Prozent machen keine Angaben.

79 Prozent sagen, die Gesellschaft sei schon jetzt - zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie - in Geimpfte und Ungeimpfte gespalten. Nur 15 Prozent sind der Meinung, dass das nicht der Fall ist. 6 Prozent machen keine Angaben dazu.

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Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) hatte in seiner Neujahrsansprache der These widersprochen, die Gesellschaft sei gespalten. "Manche beklagen in diesen Tagen, unsere Gesellschaft sei 'gespalten'. Ich möchte hier mit aller Deutlichkeit sagen: das Gegenteil ist richtig. Unser Land steht zusammen", sagte er.

Am heutigen Mittwoch berät der Bundestag erstmals über eine allgemeine Impfpflicht, die auch von Scholz befürwortet wird.

Die Bundesregierung von SPD, Grünen und FDP hat sich dafür entschieden, keinen eigenen Gesetzentwurf dazu vorzulegen und den Bundestag alleine und ohne Fraktionszwang entscheiden zu lassen.

Olaf Scholz hätte sich stärker für die Impfpflicht einsetzen sollen

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) hatte in seiner Neujahrsansprache verkündet, dass er keine Spaltung der Gesellschaft erkennen würde.
Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) hatte in seiner Neujahrsansprache verkündet, dass er keine Spaltung der Gesellschaft erkennen würde.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

In der YouGov Umfrage wird dieses Vorgehen von 45 Prozent der Befragten befürwortet. Nur 33 Prozent sagen, die Bundesregierung hätte einen Gesetzentwurf vorlegen sollen. 22 Prozent machen keine Angaben.

Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) meint aber, der Bundeskanzler sollte sich stärker persönlich für die Impfpflicht einsetzen. 36 Prozent sind nicht dieser Meinung.

Scholz hatte die Impfpflicht lange Zeit abgelehnt, sich im November dann aber dafür ausgesprochen. Im Bundestag wird er am Mittwoch als Abgeordneter nicht das Wort ergreifen, dafür aber sein Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD).

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Die Umfrage wurde zwischen dem 18. und 20. Januar 2022 mit bundesweit 2065 Befragten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Titelfoto: Bildmontage: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa, Kay Nietfeld/dpa-POOL/dpa

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