Neustart für Sachsens Friseure: Was sich künftig für uns ändert

Sachsen - Nach sechs Wochen coronabedingter Pause bereiten sich die Friseure in Sachsen auf einen Neustart vor.

Thomas Walther, Barbershop-Besitzer aus Borstendorf im Erzgebirge, mit einem Kunden.
Thomas Walther, Barbershop-Besitzer aus Borstendorf im Erzgebirge, mit einem Kunden.  © Sven Gleisberg

In vielen Salons glühten die Telefone heiß, sagte der Obermeister der Friseur- & Kosmetik-Innung Chemnitz, Jörn Lüdecke. Nicht nur die Friseure selbst, auch die Kunden seien froh, dass es endlich wieder losgehe. 

Ähnlich ist es beim Leipziger Friseurmeister Mario Geistert, der zwei Salons betreibt. Bei einem seiner Geschäfte sei der Kalender für etwa zwei, im anderen für vier Wochen voll.

Am kommenden Montag sollen Friseure den Betrieb wieder aufnehmen dürfen - unter Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsstandards.

Dass die Freude darüber bei vielen Betrieben groß ist, bestätigte auch ein Sprecher der Handwerkskammer (HWK) Dresden. Trotzdem kämen weiterhin Fragen auf. Die drängendste: Wie bleibt das Geschäft unter Einhaltung der neuen Vorgaben wirtschaftlich?

Um Bestimmungen wie den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, könnten Friseure künftig weniger Kunden gleichzeitig betreuen als bisher. Beispielsweise fielen Wasch- und Schneideplätze den Schutzmaßnahmen zum Opfer, so der Sprecher der HWK Dresden. Auch die Vor- und Nachbereitung werde künftig länger dauern, gab der Chemnitzer Innungsobermeister Lüdecke zu bedenken. Friseurmeister Mario Geistert schätzte, er werde etwa ein Viertel seiner üblichen Umsätze einbüßen.

Preiserhöhungen sind wohl unvermeidlich

Preiserhöhungen für die Kunden könnten die meisten Betriebe nicht vermeiden, glaubt Lüdecke. Die Kosten für den Hygieneschutz seien hoch, etwa 1000 Euro je Salon mindestens, schätzte der Innungschef. 

Viele Dinge wie die veränderte Terminvergabe müssten sich zudem erst einspielen. Gerade kleine Läden müssten Acht geben, dass sich nicht zu viele Menschen auf einmal in den Räumen aufhalten.

Um alle Vorgaben befolgen zu können, baute Geistert während der Zwangspause um. Unter anderem habe er zwischen den Arbeitsplätzen Schutzwände aufgestellt. Kunden müssten dafür künftig eine Pauschale von zwei Euro pro Besuch zahlen. Der Aufwand für die Hygienemaßnahmen bleibe gleich, egal ob ein Kunde für einen schnellen Herrenschnitt oder einen längeren Termin inklusive Färben komme, sagte Geistert.

Nicht zuletzt sei in den knapp 4000 Salons in Sachsen auch Kreativität gefragt. Geistert beispielsweise habe selbst Mundschutze gebastelt, die ohne Band oder Gummi um Kopf und Ohren auskommen - die würden nämlich beim Haareschneiden stören, sagte der Leipziger.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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