"Influencer Marketing" in der Staatskanzlei? SPD hat Fragen zu gekauften Masken

Düsseldorf - Ein überraschender Kontakt zwischen dem Mode-Hersteller van Laack und der Düsseldorfer Staatskanzlei ruft die Opposition auf den Plan.

Armin Laschets (59, CDU) Sohn Johannes "Joe" Laschet (l., 31) arbeitet als Fashion-Blogger seit Jahren mit van Laack-Inhaber Christian von Daniels zusammen (Archivfoto).
Armin Laschets (59, CDU) Sohn Johannes "Joe" Laschet (l., 31) arbeitet als Fashion-Blogger seit Jahren mit van Laack-Inhaber Christian von Daniels zusammen (Archivfoto).  © Henning Kaiser/dpa

Laut van Laack-Inhaber Christian von Daniels hatte der Sohn des Ministerpräsidenten, Mode-Blogger Johannes "Joe" Laschet, die Tür für einen großen Deal mit Kitteln und Masken geöffnet.

Die SPD-Fraktion wittert "Influencer Marketing in der Staatskanzlei" und will über eine Kleine Anfrage im Landtag wissen, was genau da los war.

Van Laack-Inhaber Christian von Daniels arbeitet seit Jahren mit Fashion-Blogger "Joe" Laschet zusammen.

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Der Rheinischen Post sagte von Daniels in einem Interview: "Ich habe Joe gesagt, dass er seinem Vater meine Nummer geben kann, wenn das Land Hilfe bei der Beschaffung von Masken braucht."

Ministerpräsident Armin Laschet habe dann tatsächlich an einem Sonntagabend angerufen und gesagt, der van Laack-Chef renne offene Türen ein.

"Zwei Tage später saßen seine Mitarbeiter bei uns im Konferenzraum und haben sich unsere Masken und Kittel angeguckt", so von Daniels zur Rheinischen Post.

Welchen Einfluss hatte Armin Laschets Sohn "Joe" bei dem Masken-Deal?

Jüngst bestellte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienst (LZPD) weitere 1,25 Millionen Alltags-Masken für die Polizei bei van Laack.
Jüngst bestellte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienst (LZPD) weitere 1,25 Millionen Alltags-Masken für die Polizei bei van Laack.  © Roberto Pfeil/dpa

Der Modehersteller aus Mönchengladbach hat dem Land nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums mehrere Millionen OP-Kittel und Masken geliefert.

Jüngst bestellte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienst (LZPD) weitere 1,25 Millionen Alltags-Masken für die Polizei bei van Laack.

Die SPD-Fraktion fragt nun im Titel ihrer Kleinen Anfrage: "Welchen Einfluss hatten die Geschäftsbeziehungen von Joe Laschet zum Modehersteller van Laack auf die Auftragsvergabe der Landesregierung?"

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Die Opposition will von der Landesregierung eine Auflistung aller "van Laack"-Aufträge. Außerdem will die SPD wissen, welche anderen Bieter mit im Rennen waren und ob es "Provisionen für Vermittlungstätigkeiten" gegeben habe.

Johannes Laschet war bisher als modischer Ratgeber für seinen Vater bekannt. In einer WDR-Sendung sagte Armin Laschet vergangene Woche, sein Sohn gebe ihm auch mal Tipps beim Schnitt von Anzügen, Hosen und Hemden.

Joe Laschet reagierte zunächst auf eine dpa-Anfrage nicht.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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