Schlachthof-Mitarbeiter müssen ab sofort zweimal pro Woche getestet werden

Düsseldorf – Nach hohen Infektionszahlen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen müssen die Mitarbeiter jetzt zweimal pro Woche getestet werden. Die neue Regel zur Eingrenzung der Corona-Pandemie gilt ab Juli.

Schlachthöfe müssen Mitarbeiter ab sofort zweimal pro Woche testen. (Fotomontage)
Schlachthöfe müssen Mitarbeiter ab sofort zweimal pro Woche testen. (Fotomontage)  © David Inderlied/dpa / Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Das schreibt eine Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Von der Vorgabe des Landesgesundheits- und Arbeitsministeriums, die ab dem Monatsersten gilt, sind Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten betroffen.

Hintergrund sind sind erhöhte Infektionszahlen bei Beschäftigen in einem Schlachtbetrieb der Firma Westfleisch in Coesfeld und zuletzt bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Bei den neuen Regeln für die Fleischindustrie spielt es derweil keine Rolle, ob das Unternehmen nur eigene Arbeiter unter Vertrag hat oder Werksarbeiter.

Zusätzlich gilt für die Betriebe die Pflicht, die Namen sowie die Wohn- und Aufenthaltsdressen aller Mitarbeiter zu führen, die auf dem Gelände unterwegs sind. Die Listen müssen vier Wochen aufbewahrt werden und den Behörden zur Verfügung gestellt werden.

"Die Vorfälle in Coesfeld und Gütersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten", hatte Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei der Vorstellung der Verfügung Ende Juni gesagt. 

"Darum wollen wir den Infektionsschutz noch einmal deutlich stärken. Das frühzeitige Erkennen von Infektionen ist ein zentraler Schlüssel dazu."

Lockerung in Altenheimen: Es darf wieder umarmt werden

In Altenheimen sind körperliche Berührungen wieder erlaubt. (Symbolbild)
In Altenheimen sind körperliche Berührungen wieder erlaubt. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Gleichzeitig gibt es seit Mittwoch zudem eine Lockerung für Besuche in Altenheimen: Angehörige dürfen ihre Liebsten unter Auflagen wieder in die Arme schließen.

Mit der Lockerung der Corona-Regeln für Besuche in Altenheimen sind seit Mittwoch körperliche Berührungen bei bestimmten Vorsichtsmaßnahmen wieder möglich.

In den Häusern sieht man das allerdings die Lockerung mit gemischten Gefühlen: Damit steige das Infektionsrisiko für die Bewohner und Beschäftigte, sagte etwa die Pflegedienstleiterin Astrid Frese im Carolus Seniorenzentrum in Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) am Dienstag.

Die Sehnsucht nach Berührung sei aber sehr groß, sagte Frese: In der Vergangenheit hätten sich demente Bewohner in ihrer Not schon gegenseitig umarmt.

Titelfoto: David Inderlied/dpa / Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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