NRW-weite Verschärfung der Corona-Auflagen für große Feiern

Düsseldorf/NRW - Als Konsequenz aus Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm sollen die Vorschriften nun NRW-weit verschärft werden.

Eine Hochzeitsfeier in Hamm als unkontrollierte Virenschleuder - die NRW-Landesregierung reagiert und zieht die Zügel bei den Auflagen wieder an.
Eine Hochzeitsfeier in Hamm als unkontrollierte Virenschleuder - die NRW-Landesregierung reagiert und zieht die Zügel bei den Auflagen wieder an.  © picture alliance / Jens Kalaene/dpa

"Wir werden in die Corona-Schutzverordnung hineinschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen", sagte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag dem Radioprogramm WDR 2. 

Außerdem sei dabei ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. "Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren", sagte Laumann weiter.

Die Neuregelung soll laut Ministerium für private Feierlichkeiten "aus herausragendem Anlass im öffentlichen Raum" ab 50 Teilnehmern gelten, also etwa in angemieteten Räumen, Gaststätten oder Versammlungsstätten wie Pfarrheimen. 

Als Beispiele wurden Jubiläen, Hochzeits-, Tauf-, Geburtstags- oder Abschlussfeiern genannt. 

Die vorab einzureichende Gästeliste mit den entsprechenden Daten der Gäste soll es den Kommunen ermöglichen, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Weiterhin gelte eine Höchstgrenze von 150 Teilnehmern. 

Die Änderungen sollen in die neue Coronaschutzverordnung aufgenommen werden, die ab dem 1. Oktober gelten soll.

Für Feiern im Privatbereich gilt Grundrechtsschutz

Für Feiern im Privatbereich, also etwa im eigenen Wohnzimmer oder im eigenen Garten, gelte dagegen der hohe Grundrechtsschutz der Privatsphäre, betonte eine Ministeriumssprecherin. 

Hier habe sich NRW von Beginn an dafür entschieden, in diesen Bereich nicht durch Verbote und Kontrollen hineinzuregieren, sondern auf die gelebte Eigenverantwortung der Menschen zu vertrauen. 

Das Ministerium appellierte an die Bevölkerung: "Handeln Sie umsichtig und setzen Sie sich oder Ihre Gäste (z.B. durch überfüllte und nicht durchlüftete Räume) keinem unnötigen Infektionsrisiko aus."

Als Auslöser der Corona-Welle in Hamm gilt eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste. In der Folge waren dort die Corona-Neuinfektionszahlen auf den derzeit bundesweit höchsten Wert geklettert. 

Titelfoto: picture alliance / Jens Kalaene/dpa

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