Nur Sachsen-Anhalt ist Coronavirus-frei, doch jetzt kamen Schüler aus Südtirol zurück

Halle (Saale) - Mehrere Schülergruppen, die in diesen Tagen aus dem Risikogebiet für das neue Coronavirus im Norden Italiens nach Sachsen-Anhalts zurückkehren, sollen vorsichtshalber zwei Wochen lang zu Hause bleiben.

Bei einigen Schüler des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle (Saale) wurden nach der Rückkehr aus Südtirol verdächtige Symptome festgestellt. 
Bei einigen Schüler des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle (Saale) wurden nach der Rückkehr aus Südtirol verdächtige Symptome festgestellt.   © imago images / Steffen Schellhorn

"Das ist eine Vorsichtsmaßnahme", sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag in Magdeburg. Zuvor hatten die Gesundheitsämter und das Ministerium in einer Telefonkonferenz das einheitliche Vorgehen abgesprochen. Die Quarantäne gelte für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitpersonen, auch wenn diese keine Krankheitsanzeichen hätten.

Betroffen waren am Freitag zunächst Schülergruppen eines Gymnasiums im Burgenlandkreis sowie zweier Gymnasien in Halle, wie die Behörden mitteilten. 

In Halle nahmen Ärzte die ersten etwa 40 Rückkehrer am Nachmittag in Augenschein. Da einige Reisende Symptome zeigten, wurde häusliche Quarantäne angeordnet, hieß es vor Ort. Bei ihnen wurden Abstriche genommen. Wie viele Rückkehrer Symptome zeigten, teilte die Stadt zunächst nicht mit. Am Abend wurde das Prozedere bei einem weiteren Bus mit rund 40 Schülern und Begleitern wiederholt, die aus einer Skifreizeit zurückkehrten. 

Auch in diesem Fall sprach Amtsärztin Christine Gröger vor Ort die vierzehntägige Quarantäne aus. Alle Jugendlichen wurden in Gruppen in einem auf dem Schulgelände aufgebauten Zelt von Medizinern untersucht, bevor sie ihren Eltern übergeben wurden. Bei Rückkehrern mit Symptomen wurden Abstriche genommen, die noch am Abend ins Labor gebracht wurden. Testergebnisse sollten am Samstag vorliegen, kündigte Gröger an. Die Eltern würden über die Ergebnisse informiert.

Schulschließungen sind nach Angaben der Stadt Halle zunächst nicht geplant. Laut Sozialministerium entscheiden die regional zuständigen Gesundheitsämter, wie im einzelnen Fall vorzugehen ist.

Im Burgenlandkreis sind 37 Schüler und vier Lehrkräfte eines Gymnasiums aus Weißenfels betroffen, die am Freitag aus Südtirol zurückkehrten. Keiner von ihnen zeige derzeit Krankheitssymptome, teilte der Landkreis mit. «Für den Fall, dass solche noch auftreten, stellen wir mit der Quarantäne der Schüler sicher, dass der Schulbetrieb am Goethe-Gymnasium Weißenfels fortgeführt werden kann», erklärte Landrat Götz Ulrich (CDU). Er bat um einen besonnenen Umgang mit der Situation. Damit die Schüler nicht zu viel Unterrichtsstoff verpassen, prüfe der Landkreis, inwieweit digitale Lernmethoden eingesetzt werden können.

Am Donnerstagabend hatte das Robert Koch-Institut die norditalienische Region Südtirol in die Kategorie "Risikogebiet" aufgenommen. Sachsen-Anhalt ist bisher das einzige Bundesland, in dem der Erreger Sars-CoV-2 noch nicht nachgewiesen wurde. Nach Ministeriumsangaben gab es schon mehr als 1000 Tests. Deutschlandweit wurden laut Robert Koch-Institut bis zum Freitag mehr als 600 Corona-Fälle bestätigt.

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