Omikron-Entdecker warnt Sachsen - Kommunen zimmern an Notfallplänen

Dresden/Kapstadt - Die Corona-Mutante Omikron ist ansteckender als die Delta-Variante, führt aber nach bisherigen Erkenntnissen zu weniger schweren Verläufen. Trotzdem warnen Experten. Sachsen ist vorbereitet.

Prof. Dr. Wolfgang Preiser von der Uni Stellenbosch (Südafrika).
Prof. Dr. Wolfgang Preiser von der Uni Stellenbosch (Südafrika).  © dpa/Christoph Soeder

Es sei verfrüht, bei Omikron von einem Erkältungsvirus zu sprechen, warnte Wolfgang Preiser von der Universität Stellenbosch (Südafrika) in einem Videochat mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU).

Er hat die Mutante mitentdeckt und vermutet, dass das Virus vor allem die oberen Atemwege angreift, also die Lunge verschont und deshalb zu weniger schweren Krankheitsverläufen führt.

Gefährlich macht es, dass es bis zu viermal ansteckender ist als die bisherigen Varianten.

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In Südafrika und in anderen Ländern hat das zu massiven Personalausfällen im ÖPNV, bei der Müllabfuhr, im Energiesektor, aber natürlich auch in Krankenhäusern und Arztpraxen geführt.

Deshalb werden in Sachsen bestehende Notfallpläne jetzt noch einmal angepasst.

So werden die Notfallpläne in Sachsen angepasst:

Das Klinikum Chemnitz setzt im Notfall auch auf Freiwillige.
Das Klinikum Chemnitz setzt im Notfall auch auf Freiwillige.  © Sven Gleisberg

Das Klinikum Chemnitz etwa setzt zur Entlastung auch auf Freiwillige und die Unterstützung der Bundeswehr.

Bei der sächsischen Polizei könnten Beamtinnen und Beamte intern sehr schnell umgesetzt werden, so eine Sprecherin. Vielfach arbeiten Teams aus dem Home-Office oder beginnen ihre Schichten zeitversetzt.

"Wenn es ganz schlimm kommt, werden wir darüber nachdenken müssen, in extrem wichtigen Bereichen Teams einzusetzen, in denen alle positiv getestet sind", sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50, FDP).

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Sollte sich die medizinische Versorgung nicht anders aufrechterhalten lassen, ist das auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen möglich, so das Gesundheitsministerium.

Personalausfälle drohen wegen Omikron auch bei der Müllabfuhr.
Personalausfälle drohen wegen Omikron auch bei der Müllabfuhr.  © Thomas Türpe

Positiv getestete Pflegekräfte, die keine Symptome haben, könnten ihre Quarantäne dann für ihren Dienst unterbrechen. Dafür braucht es übrigens keine gesonderte Genehmigung des Gesundheitsamts.

Titelfoto: dpa/Christoph Soeder

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