Patient litt 505 Tage an Corona: Nun äußern Forscher eine erschreckende Erkenntnis

London - Weit über ein Jahr lang lag ein britischer Corona-Patient im King‘s College, einer Universität in London. Anhand seiner äußerst langen Erkrankung von 505 Tagen haben Forscher nun Erstaunliches herausgefunden.

Eine Intensivpflegerin versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten auf der Intensivstation eines Klinikums.
Eine Intensivpflegerin versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten auf der Intensivstation eines Klinikums.  © Boris Roessler/dpa

Ein furchtbares Schicksal: Der betreffende Patient, über den aktuell mehrere britische Medien berichten, litt ganze 505 Tage am Coronavirus, bevor er starb.

Es handelt sich um die längste bis dato bekannte Corona-Infektion. Doch was macht das Virus in all der Zeit im menschlichen Körper? Wie verändert es sich?

Darauf haben Wissenschaftler, die den Patienten untersucht und beobachtet haben, nun erste Antworten gefunden.

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Demnach ergaben sich besorgniserregende Hinweise, dass bei immungeschwächten Patienten neue Mutationen entstehen können. Das Virus habe - gerade in solchen Extremfällen - mehr als genug Zeit, neue gefährliche Varianten heranzubilden und sich dem menschlichen Immunsystem perfekt anzupassen.

Die genauen Forschungsergebnisse sollen bei einem internationalen Kongress im portugiesischen Lissabon an diesem Wochenende vorgestellt werden.

Neben dem britischen Patienten wurden in der Studie der Wissenschaftler noch acht weitere Langzeit-Erkrankte beobachtet. Im Schnitt waren sie 73 Tage lang infiziert.

Eine normale Corona-Infektion dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Danach kann sich das Virus zwar noch im Körper befinden, jedoch kann es sich nicht mehr replizieren. Bei immungeschwächten Erkrankten ist dies anders.

Vor allem bei Menschen mit Immunschwäche kann das Coronavirus neue Varianten hervorbilden.
Vor allem bei Menschen mit Immunschwäche kann das Coronavirus neue Varianten hervorbilden.  © Bildmontage: Sebastien Decoret, Kateryna Kon/123RF

Ein untersuchter Corona-Patient trug gleich zehn Mutationen in sich!

Bei einem Patienten seien gleich zehn Mutationen festgestellt worden, erklärten die Forscher. Einzeln treten diese in Varianten wie Alpha, Gamma oder Omikron auf.

"Das erbringt den Beweis, dass Mutationen, die in besorgniserregenden Varianten vorkommen, in immungeschwächten Patienten vorkommen und stützt die Vorstellung, dass neue Varianten der Viren in immungeschwächten Personen entstehen könnten", sagte Luke Blagdon Snell vom Guy‘s and St Thomas‘ NHS Foundation Trust.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastien Decoret, Kateryna Kon/123RF

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