Pflegedienst droht Impf-Verweigerern mit Kündigung und kassiert heftigen Shitstorm!

Hennigsdorf - Der Geschäftsführer eines Pflegedienstes in Hennigsdorf (Oberhavel) sorgt gerade mit einer E-Mail an seine Mitarbeiter für heftige Reaktionen im Netz.

Eine veröffentlichte E-Mail eines Pflegedienst-Leiters an seine Mitarbeiter sorgt für heftige Anfeindungen im Netz (Symbolbild).
Eine veröffentlichte E-Mail eines Pflegedienst-Leiters an seine Mitarbeiter sorgt für heftige Anfeindungen im Netz (Symbolbild).  © dpa/Mascha Brichta

"Betreff: Corona-Schutz-Impfung", heißt es fett gedruckt über dem Schreiben. Eine Mitarbeiter-Umfrage habe ergeben, dass nur wenige Pflegekräfte bereit seien, sich impfen zu lassen. Dieser Umstand sei "enttäuschend", heißt es weiter.

Natürlich bestehe "keine Pflicht zur Impfung", als Pflegedienst sei jedoch "eine besonders Sorgfaltspflicht gegenüber unseren Pflegekunden zu erfüllen".

Arbeitsrechtlich bedeutet dies aktuell: Arbeitgeber werden dazu angehalten zu prüfen, ob ungeimpfte Mitarbeiter in Positionen ohne Kundenkontakt versetzt werden können. "Die muss ich mit einem eindeutigen NEIN beantworten", stellt der Geschäftsführer klar.

Mitarbeitern, welche auf die Schutzimpfung verzichten möchten, drohen daher ernste Konsequenzen. "Da ungeimpfte Beschäftigte eine Gesundheitsgefahr für die Kunden bedeutet, sind arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich." Man wolle jedoch "unter allen Umständen personenbedingte Kündigungen vermeiden" und appelliere an die Vernunft der Mitarbeiter.

Auf gut Deutsch: Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen lässt, kann sich wohl schon bald nach einem neuen Job umsehen.

Pflegedienst veröffentlicht Stellungnahme

Nun wurde eine Stellungnahme veröffentlicht (Symbolbild).
Nun wurde eine Stellungnahme veröffentlicht (Symbolbild).  © dpa/ZB/Patrick Pleul

Nachdem eine Welle der Kritik in den sozialen Netzwerken auf den Pflegedienst einprasselte, sieht sich dieser nun gezwungen, in einer Stellungnahme auf der Website zu reagieren.

"Es ist nicht nur bedauerlich, sondern auch in Anbetracht der in den letzten Tagen eingegangenen teils heftigen Anfeindungen und Drohungen gegen das Unternehmen und Privatpersonen erschreckend, dass eine ausschließlich interne Abstimmung nach außen getragen und aus dem Zusammenhang gerissen wurde und mit Falschmeldungen und wilden Spekulationen und Behauptungen versehen im Internet kursiert", heißt es darin.

Es gehe einzig und allein "um den Schutz vor einem sehr gefährlichen Virus".

Und weiter: "Es geht darum, dass jeder gefordert ist, sein Bestes zur Eindämmung beizutragen, die Risikogruppen, die wir als Pflegedienst täglich versorgen, zu schützen und sich selbst nicht zu gefährden. Damit stehen wir als Arbeitgeber und Dienstleister für besonders von der Pandemie betroffene Bevölkerungsgruppen in der Verantwortung, möglichst weitgehend sowohl den Arbeits- als auch den Infektionsschutz zu gewährleisten."

Ob Mitarbeitern, welche sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchten, nun tatsächlich eine Kündigung droht, geht aus dem Statement nicht hervor.

Titelfoto: dpa/Mascha Brichta

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