Pflicht zum Homeoffice: Erstes Land zwingt Arbeitnehmer zur Heimarbeit

Edinburgh - Das Arbeiten im Homeoffice ist durch die Corona-Pandemie gar nicht mehr wegzudenken. Viele Unternehmen setzen schon seit einiger Zeit auf das Arbeiten von zu Hause aus. Gesetzlich verpflichtendes Homeoffice gibt es in Deutschland noch nicht - die Arbeitgeber setzen vielmehr auf eine Freiwilligkeit. Doch das erste europäische Land, zwingt Arbeitnehmer nun zur Heimarbeit.

Homeoffice soll in Schottland verpflichtend werden, sofern es die Tätigkeit zulässt.
Homeoffice soll in Schottland verpflichtend werden, sofern es die Tätigkeit zulässt.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

In Schottland ist das Arbeiten im Homeoffice - soweit die Tätigkeit es zulässt - seit Samstag verpflichtend.

"Unter den aktuellen Regeln brauchen Sie eine ernsthafte Entschuldigung, Ihr Zuhause zu verlassen. Arbeit zählt nur dazu, wenn sie nicht von zu Hause aus erledigt werden kann", heißt es in einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen der schottischen Regierung, die am Samstag in Kraft getreten ist.

Schottische Arbeitgeber sind demnach gesetzlich dazu verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren. Dazu gehöre es, Beschäftigte ins Homeoffice zu schicken, wenn ihre Tätigkeiten dies zuließen.

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Von zu Hause aus zu arbeiten, müsse der Standard sein.

Auch in Deutschland werden die Rufe zum verpflichtenden Homeoffice lauter

Das Arbeiten von zu Hause, kann durchaus chaotisch verlaufen.
Das Arbeiten von zu Hause, kann durchaus chaotisch verlaufen.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

In Deutschland fordern unter anderem die Grünen, das Arbeiten im Homeoffice für Bürojobs verpflichtend in den Corona-Verordnungen festzuschreiben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD) stellte jüngst einen gemeinsamen Appell mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zur stärkeren Nutzung des Homeoffice vor und auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (54, SPD), fordert ein Umdenken zum Homeoffice: "Wir müssen die Mobilität über die privaten Kontaktbeschränkungen hinaus weiter verringern, indem die Unternehmen Homeoffice und mobiles Arbeiten noch konsequenter umsetzen".

Kritiker argumentieren, der Staat schränke private Treffen rigoros ein, lasse am Arbeitsplatz aber viele Kontakte zu und beschränke sich auf Appelle. Umfragen zufolge gehen trotz der extrem angespannten Infektionslage noch immer deutlich mehr Menschen täglich ins Büro als im ersten Lockdown im Frühjahr.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/ Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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