Geselliges Grünkohlessen unter Freunden aufgelöst: Jetzt drohen bis zu 10.000 Euro Strafe!

Delmenhorst - Nach einem geselligen Grünkohlessen in einem Delmenhorster Hotelbetrieb, das von der Polizei aufgelöst werden musste, hat sich nun der Wirt zu Wort gemeldet.

Mehrere Polizisten waren im Einsatz. (Symbolbild)
Mehrere Polizisten waren im Einsatz. (Symbolbild)  © Philipp Schulze/dpa

Am Donnerstag hatten die Beamten zunächst mehrere Personen beobachtet, die den Hintereingang des Betriebes betreten hatten.

Schnell kam da der Verdacht auf, dass die geltenden Corona-Regeln in dem Hotel möglicherweise nicht eingehalten wurden. Übernachtungen im Hotel sind in Niedersachsen aktuell nur für Dienst- und Geschäftsreisende möglich.

Bei einer anschließenden Überprüfung des Gebäudes in der Bremer Straße stießen die Beamten aber tatsächlich auf acht Personen, die gemeinsam am Tisch saßen und Grünkohl aßen. Dabei verfolgten die Gäste ein Fußballspiel im Fernsehen.

Der Gastgeber, Hotelwirt Jens Thomsen, gab im Gespräch mit der Bild-Zeitung zwar zu, "eine Dummheit" begangen zu haben. Doch ganz nachvollziehen kann der Wirt das harte Durchgreifen der Polizei offenbar nicht.

Schließlich habe er eine Anwesenheitsliste geführt und bei seinen Gästen sogar noch Fieber gemessen, bevor es zu dem Treffen an der Kegelbahn gekommen sei. Masken hätten sie dabei allerdings nicht getragen: "Wer kann schon Grünkohl essen mit einer Maske vorm Gesicht?", so der 58-Jährige.

Nachdem die Polizei das Hotel gestürmt hatte, seien er und seine Gäste dann aber wie Schwerverbrecher behandelt worden. Man habe sie durchsucht und teils auch fotografiert.

Alle Beteiligten haben laut Polizei nun mit Bußgeldern im vier- bis fünfstelligen Bereich zu rechnen. Als Veranstalter drohen Jens Thomsen sogar bis zu 10.000 Euro Strafe.

Das Grünkohlessen kommt dem Wirt wohl teuer zu stehen.
Das Grünkohlessen kommt dem Wirt wohl teuer zu stehen.  © Soeren Stache/dpa

Die Polizei nutzte den Vorfall noch einmal für einen dringenden Appell an die Bevölkerung: "Die in diesem Fall betroffenen Geschäftsleute haben aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung (...) eine Vorbildfunktion, gegen die sie durch ihr Handeln vorsätzlich verstoßen haben", hieß es in einer Mitteilung.

Ein derartiges Verhalten sorge nicht nur bei der Polizei Delmenhorst, sondern auch bei der Stadt für großes Unverständnis.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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